Leipziger Experte kritisiert Amerika und Spanien - Kanada liefert Impfstoff
Ebola: USA verschärfen Regeln

Die USA wollen ihre Sicherheitsvorschriften für Klinikpersonal bei Ebola-Fällen verschärfen. Ein hoher US-Gesundheitsbeamter gab am Sonntag Schwachstellen im bisherigen Umgang mit Ebola-Patienten zu. "Wir werden in Kürze neue Vorschriften haben, und sie werden weitaus schärfer sein als die jetzigen", sagte der Direktor des Nationalen Institutes für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID), Anthony Fauci, dem Sender CBS.

In Texas hatten sich zwei Krankenschwestern bei einem Ebola-Patienten aus Liberia angesteckt. Laut Fauci sollen die neuen Richtlinien der US-Seuchenbehörde CDC ausschließen, dass Klinikpersonal beim Ablegen der Schutzanzüge in der Nackenregion Haut- und Haarkontakt mit dem Virus haben kann. Der Leipziger Infektionsmediziner Bernhard Ruf beklagte im Magazin "Focus" mangelnde Schutzvorkehrungen in Spanien und den USA. In der Madrider Carlos-III-Klinik hatte sich eine Pflegehelferin bei der Behandlung eines Kranken infiziert.

Unterdessen kehrte ein amerikanisches Kreuzfahrtschiff, das wegen Angst vor Ebola in zwei Karibik-Häfen abgewiesen worden war, in die USA zurück. Die "Carnival Magic" legte am Sonntag in Galveston an - mit an Bord eine Frau, die als Laborleiterin in einem Krankenhaus mit Ebola-Proben in Kontakt gekommen sein soll. Bluttests bestätigten laut Carnival Cruise Lines, dass die Amerikanerin nicht erkrankt ist.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) brachte die Entsendung einer zivilen EU-Mission zur Bekämpfung der Epidemie in Westafrika ins Gespräch. Kanada stellt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 800 Ampullen eines experimentellen Impfstoffs gegen Ebola zur Verfügung. Das Mittel werde bereits ab Montag nach Genf verschifft, kündigte das kanadische Gesundheitsministerium in Ottawa an. Der Impfstoff ist in Kanada entwickelt worden.
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