Leitungen seit einer Woche tot
Kein Telefon, kein Internet

Seit vergangenen Freitag ohne Festnetztelefon und Internet: Baustatiker Walter Trösch steht die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Bild: Steinbacher
Amberg. (kan) Kein Telefon, kein Internet. Und das seit einer Woche. Bei vielen Anwohnern auf der Raigeringer Höhe und in Teilen Kleinraigerings ist der Geduldsfaden längst gerissen. Die Telekom hat sich dort keine Freunde gemacht.

"Bei uns steht alles still, auf den Baustellen geht nix mehr!" Walter Trösch vom Baustatik-Ingenieurbüro Steinert & Trösch in der Friedlandstraße verschafft seiner Empörung Luft. Ohne Festnetztelefon und Internet sei die Firma aufgeschmissen, klagt er. Vergangenen Freitag habe die Misere begonnen, seit diesem Vormittag seien die Leitungen tot. Bei der Telekom habe man ihm mitgeteilt: "Irgendwo ist eine Leitung abgesoffen."

Die Leute schimpfen

Die AZ-Redaktion erreichten zahlreiche Anrufe (natürlich über Handy), das Urteil über die Telekom fiel dabei wenig freundlich aus. So schimpfte ein Betroffener aus der Äußeren Raigeringer Straße, dass er bereits mehrere Male mit dem Störungsdienst gesprochen habe und dessen Umgang mit Kunden doch sehr zu wünschen übrig lasse. Zudem sei der versprochene Techniker zur angekündigten Zeit nicht erschienen.

Bereits am Montag hatte die AZ kurz über den Ärger berichtet. Die Telekom hatte auf Nachfrage erklärt, dass bei Bauarbeiten am Kleinraigeringer Berg ein Kabel nass geworden und in der Folge ein "Hauptkabelnetzfehler" aufgetreten sei. Der habe die Leitungen im Anschlussbereich eins beziehungsweise in der umliegenden Gegend lahmgelegt. Das Verständnis dafür, dass das Problem immer noch nicht behoben ist, hält sich sehr in Grenzen.

Unter denen, die das jetzt ausbaden müssen, ist auch das Caritas-Altenheim an der Friedlandstraße. "Bei uns geht gar nichts mehr in der Verwaltung", berichtete Verwaltungsleiter Carsten-Armin Jakimowicz. Vom Festnetz abgekoppelt sei das Heim nun seit fast einer Woche, seit Dienstag funktioniere auch kein Internet mehr. Viele Angehörige hätten sich Sorgen gemacht, weil sie Bewohner plötzlich nicht mehr über deren Zimmertelefon erreichen konnten. Inzwischen sei zumindest eine Rufumleitung eingerichtet worden - auf ein einziges Handy.

Handy als Rettung

"Total vermisst" hat Jakimowicz Infos von der Telekom. Sie habe es nicht für nötig befunden, von sich aus Bescheid zu sagen. Am Donnerstagvormittag hatte Jakimowicz dann Kontakt zu einem Teamleiter des Unternehmens. Dieser habe ihm erzählt, dass es momentan "zwei große Störungen in Amberg" gebe. Bis zu 2000 Leitungen müssten jetzt überprüft werden.

"Was wäre gewesen, wenn das bei Siemens passiert wäre? Hätte das dann auch so lange gedauert?" Diese beiden Fragen treiben Baustatiker Trösch um. Er könne mittlerweile auf eine "notdürftige Verbindung für ein Handy" zurückgreifen. Sein Sohn habe ihm außerdem einen Hotspot für das Büro eingerichtet, damit man "bedingt was empfangen kann".
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