Lichtermeer für Loveparade-Opfer

Der "Nacht der 1000 Lichter" erinnert an die Katastrophe bei der Loveparade 2010. Vor fünf Jahren waren 21 Menschen bei einer Massenpanik ums Leben gekommen. Bild: dpa

Die seelischen Wunden sind längst nicht verheilt - im Gegenteil. Fünf Jahre nach der tödlichen Massenpanik bei der Loveparade gedenkt Duisburg der Opfer.

Hunderte haben am Freitag in Duisburg der Opfer der Loveparade-Tragödie vor fünf Jahren gedacht. Zu der offiziellen Gedenkveranstaltung der Stadt war auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gekommen. Sichtbar bewegt und schweigend nahm sie am Zug der Hinterbliebenen und Betroffenen des Unglücks teil. Die Trauernden gingen vom Eingang eines Straßentunnels nahe dem Loveparade-Gelände bis zum Erinnerungspark für die 21 Todesopfer und die vielen Verletzten.

Tiefer Schmerz

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link zitierte eine Gedichtzeile, nach der man sich an Dingen stoßen wolle, damit der Leib den Schmerz von der Seele nehme. Er betonte, nur schwer ermessen zu können, wie riesig die Belastung derer sei, die sich verzweifelt Aufklärung über die Geschehnisse während des Loveparade-Unglücks vor fünf Jahren wünschten.

Der Stiefvater einer jungen Frau, die ums Leben kam, sagte, er fühle sich seitdem jeden Tag gleichermaßen schlecht. Dennoch sei die gemeinsame Feier und das Zusammenkommen mit Angehörigen an diesem Gedenktag ein großer Trost für ihn gewesen. An der Unglücksstelle erinnert seit dieser Woche eine neue Gedenkplatte des Duisburger Künstlers Rüdiger R. Lorenzo Eichholtz an die Toten. Der Satz "Liebe hört niemals auf" in sieben Sprachen - den Muttersprachen der Gestorbenen - soll den Trauernden Trost zusprechen.

Duisburger Künstler legten zum Gedenken ein großes Blumen-Mandala aus. Blüten seien in vielen Kulturen ein Symbol für Vollkommenheit und Schönheit, erklärten sie. Das mit ihnen geschaffene Bildmuster drücke Harmonie und Frieden aus. Zugleich solle das Kunstwerk an Vergänglichkeit und an die Bedeutung der Achtsamkeit erinnern.

Bereits am Donnerstag hatten bei einer "Nacht der 1000 Lichter" Dutzende Trauernde der Toten gedacht. Sie stellten Grablichter auf und schmückten eine Treppe mit Blumen. Dort war am 2010 im Gedränge zum Gelände der Veranstaltung die Massenpanik entstanden, durch die 21 junge Menschen starben.

Zug der Liebe

In Berlin startet am Samstag der "Zug der Liebe". Geplant ist die Techno-Parade als Demo mit politischen Botschaften. Die Veranstalter verstehen den Zug nicht als Neuauflage der Loveparade. Die Route führt auch nicht durch den Tiergarten und das Stadtzentrum. Bei der Polizei sind 15 000 Teilnehmer angemeldet. Die Umzugswagen kommen aus der alternativen und politischen Szene, Clubs und Vereine sind dabei. Zentrale Anliegen der Demo seien "mehr Mitgefühl, mehr Nächstenliebe und soziales Engagement", heißt es. Sponsoring und Werbung sind tabu.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.