Liebe ist auch Kopfsache

Ein Hohelied auf das schönste Gefühl des Lebens stimmten (von links) Silvia Schönberger (Alt), Judith Peter (Sopran) und Agnes Klupp (Mezzosopran) an. Bild: gag

"Liebe ist Licht, ohne einander zu blenden. Liebe ist einander nahe sein, ohne einander zu besitzen." Diese Zeilen von Phil Bosmans passten gut zum Valentinskonzert in St. Peter und Paul.

Zum 300-jährigen Jubiläum der evangelischen Kirche St. Peter und Paul hatten sich die Veranstalter etwas Besonderes ausgedacht. Zum Valentinskonzert musizierten Karin Schönberger (Orgel), Judith Peter (Sopran), Agnes Klupp (Mezzosopran) und Silvia Schönberger (Alt) in der prächtig mit Blumen und Kerzen dekorierten ehemaligen Simultankirche.

Mit "Air" von Georg Friedrich Händel, gesungen mit "Dubidu" anstelle von Instrumenten, leiteten die Sängerinnen einen Mix aus Liebesliedern und poetischen Texten ein. Dabei ging es um weltliche wie um göttliche Liebe. "Caro mio ben" von Guiseppe Giordani, mit festlichem Sopran von Judith Peter, oder "Salve Regina", dreistimmig zu Herzen gehend, klangen elegisch durch das Kirchenschiff.

Griechisch und klassisch

Agnes Klupp sang "Anisi", ein griechisches Liebeslied von Mikis Theodorakis. Das traditionelle "Irish Blessing", "Salve Regina" von J. G. Rheinberger oder "Gott sei mit dir" von Kathi Stimmer-Salzeder ließen die Zuhörer still werden und träumen. "Das Röslein" von Johannes Brahms endete mit einem überraschenden Finale, während ein Duett aus der "Hochzeit des Figaro" von Mozart eher bekannt ist. Auch Beethoven kam mit "Ich liebe dich" nicht zu kurz. Bemerkenswerte Texte rund um die Liebe, und nicht nur die romantische Liebe, las Peter Gach. Mit "Liebe, wissenschaftlich betrachtet" hat sich Arnold Retzer befasst, Autor des Buches "Lob der Vernunftehe. Eine Streitschrift für mehr Realismus in der Liebe". Gach zitierte daraus Gedanken wie "Nicht das wahnsinnig aufregende Auf und Ab, nicht das Gefühlskarussell aus Höhenflügen und Enttäuschungen, so spannend das manchmal sein mag, ist der Schlüssel zum Liebesglück, sondern auf Dauer eher die Vernunft."

Auch Worte von Pater Anselm Grün, Texte aus Phil Boswards "Was Liebe kann" oder berühmte Zitate, etwa von Herrmann Hesse, luden zum Nachdenken ein. "Ein rauschhaftes Verliebtsein führt meist nicht zu einer langfristigen Partnerschaft, wenn nicht auch gemeinsame Ziele, ähnliche Werte und Moralvorstellungen und ähnlicher Humor vorhanden sind. Der Kopf ist nicht der unwesentlichste Körperteil", mahnte Gach mit Arnold Retzers Worten. So schön und wichtig Romantik auch sei, "der Weg zum dauerhaften Beziehungsglück führt mehr über den Kopf als über den Bauch". Ähnlich klingt es bei Anselm Grün: "Liebe heißt nicht zuerst, liebevolle Gefühle zu haben ... Liebe behandelt den anderen nicht wie einen Besitz, sondern wie einen kostbaren Schatz, dem man sich behutsam nähert."

Leckere Beigaben

Liebevoll wurden auch die Besucher dieser Veranstaltung betreut. Gab es zur Einstimmung noch selbst gemachten Eierlikör als Begrüßungstrunk, so versüßten den Abschied zusätzlich Butterplätzchen in Herzform, verziert mit rosa Herzchen.

Michael Raab wies auf die nächste Veranstaltung zum Jubiläumsjahr hin, den Vortrag von Dr. Volker Wappmann im Gasthaus Miedl. Darin geht es um Wissenswertes über die Kirche St. Peter und Paul.
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