Lob für Jagdgenossenschaft

Die Vorstellung des Verbissgutachtens durch Forstdirektor Gerhard Hösl (links) stieß bei den Hegegemeinschaften Eslarn und Waidhaus auf überdurchschnittliches Interesse. Bild: fjo

"Alles im grünen Bereich" ist zwar ein geflügelter Ausdruck. Bei der Vorstellung des Vegetationsgutachtens traf dies aber in zweierlei Hinsicht zu.

Die Hegegemeinschaften Eslarn und Waidhaus sind auf einem guten Weg, Waldwirtschafts- und Jagdinteressen zu berücksichtigen. Bei der Vorstellung des Zahlenwerks durch Forstdirektor Gerhard Hösl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gab es Lob für die Jagdgenossenschaften, da der östliche Grenzsaum des Landkreises sehr gut dasteht: "Weit unter Bayernschnitt."

Buche wichtigster Baum

Besonders erfreulich sei der zu verzeichnende Rückgang von verbissenen Buchen und Tannen. In beiden Revieren bestehe eine natürliche Waldgesellschaft mit Bergmischwäldern aus Buchen, Fichten und Tannen. Bei seinem Resümee der Erhebungen für die Hegegemeinschaft Waidhaus gab Hösl zu bedenken, dass die Buche als wichtigste Baumart der natürlichen Waldgesellschaft konzentriert in den größeren Staatswaldflächen vorkomme. Dort verjünge sie sich "ohne größere Probleme sehr gut" und könne sich ohne große Verbissbelastung relativ gut entwickeln. Andere Mischbaumarten kämen bislang weiterhin nur in geringem Umfang vor.

Außerhalb des Staatswalds beurteilte er die Situation als tolerierbar. Ein Verbiss komme zwar an allen heimischen Baumarten vor, die Wuchsverzögerung der Mischbaumarten halte sich aber in Grenzen. Auch stärker gefährdete Baumarten würden in angemessener Zahl und Verteilung die gefährdeten Wachstumshöhen in ausreichender Anzahl überschreiten.

Sorgen bereitete dem Forstdirektor nicht nur die "deutliche Abnahme bei der Laubholz-Verjüngung von 22 auf 14 Prozent". Mit Blick auf die "waldbauliche Notwendigkeit klimatolerante Mischbaumbestände aufzubauen" bat er, die bisherige Abschusshöhe beizubehalten. Das gleiche Fazit zog der Fachmann für die Hegegemeinschaft Eslarn, wobei er sich über die Teilnahme von Forstbetriebsleiter Stefan Bösl und Leiter Eduard Forster bei der Zusammenkunft im Gasthaus Frölich freute.

"Um aber die tragbaren Verbisswerte bei der Buche zu sichern und um eine weitere Verbesserung bei den seltenerer Mischbaumarten zu erreichen", riet Hösl zu einem Beibehalten der bisherigen Abschusswerte. Dies begründete er mit "dem Ziel der Forstwirtschaft, stabile, leistungsfähige und gemischte Wälder zu erhalten oder wieder zu begründen". Zufrieden mit dieser positiven Entwicklung bat Hösl um Unterstützung bei der Umsetzung des Vegetationsgutachtens.

Als "geeignete Hilfsmittel" betrachtete der Experte jährliche Waldbegehungen von Jagdpächtern und Waldbesitzern, sogenannte Weiserzäune und die Unterstützung durch waldbauliche Maßnahmen. Dabei schien ihm das Freistellen von älteren und alten Laubholzbäume besonders wichtig, ebenso ein Arbeiten auf größerer Fläche.

Frühzeitig auslichten

Für die Privatwälder empfahl er ein "frühzeitiges Auslichten". Als oberstes Ziel hielt Hösl fest, dass "Revierinhaber und Jagdvorstand einvernehmlich Pläne aufstellen, die der Waldverjüngung Rechnung tragen". Nur so könnten die Beteiligten mit einer Bestätigung durch die Untere Jagdbehörde rechnen.
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