"Löwenzahn" gedeiht prächtig

Dass eine Ministerin zur Eröffnung einer Kinderkrippe kommt, war für die Letzauer ein besonderes Ereignis. Fast der ganze Ort war am frühen Sonntag deswegen auf den Beinen.

(sbü) Festgottesdienst, Festzug und Einweihungsfeier bestimmten das Ortsbild. Doch im Mittelpunkt des Geschehens standen die Kindergartenkinder. Schließlich gehe es um die Vorsorge für ihre Zukunft, wie fast alle Festredner betonten.

"Löwenzahn" heißt die Kindertagesstätte. Ab Montag gehört auch eine neugebaute Kinderkrippe mit zwölf Plätzen dazu, denn an diesem Tag wird sie eröffnet. Eingeweiht wurde sie schon am Tag davor. Letzau hat einen großen Festtag daraus gemacht.

Zu den Feierlichkeiten war auch Bayerns Arbeits- und Sozialministerin Emilia Müller mit weiteren Ehrengästen in den festlich geschmückten Saal des Gemeindehauses gekommen. "Wir haben mit dem zusätzlichen Krippenangebot für die Eltern mehr Lebensqualität geschaffen", stellte Bürgermeisterin Marianne Rauh in ihrer Begrüßung fest. Sie bedankte sich bei der Ministerin für 340 000 Euro Förderung, etwa 80 Prozent der Gesamtkosten. Der Bau füge sich optimal und funktionsgerecht in das Gemeindezentrum ein. Nur "natürliche Materialien" seien verwendet worden, berichtet die Bürgermeisterin. Besonders erfreut war sie über die kurze Bauzeit von einem halben Jahr. Noch fehle das Spielschiff "Möve" im Garten, für das der Raiffeisenverband schon großzügig gespendet habe. Rauh dankte besonders dem Architekten Markus Götz und seinem Team.

Dass die Gesellschaft kinderfreundlicher geworden sei, stellte Ministerin Müller in ihrer Festansprache fest. Zwischen 2008 und heute habe sich in der Oberpfalz die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren von 700 auf jetzt 8700 erhöht. Das decke den Bedarf zu 52 Prozent. "1,4 Milliarden Euro Fördermittel sind insgesamt dafür eingesetzt worden", rechnete die Ministerin vor. Drei Ziele seien damit verfolgt worden: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Verbesserung der kommunalen Infrastruktur sowie der Qualität der Kinderbetreuung.

In der Ansprache der Ministerin fehlt aber nicht der Hinweis auf die freie Wahl der Eltern zwischen öffentlicher Betreuungseinrichtung oder Betreuung zu Hause mit Inanspruchnahme des Betreuungsgelds. Der katholische Pfarrer Markus Schmidt segnete die Krippe im Beisein des Vertreters der evangelischen Kirchengemeinde, Dr. Ehrenfried Lachmann.
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