Lokführer gewähren Verschnaufpause

Wegen des Lokomotivführerstreiks war die Bahn am Wochenende in der Oberpfalz aus dem Tritt. Auf dem Bahnhof in Amberg herrschte am Sonntag gähnende Leere. Die Hinweistafel zeigte noch am Nachmittag den Zug um 7.43 Uhr nach Schwandorf an. Bild: Steinbacher

Am Wochenende ist in Bayern knapp die Hälfte der Regionalzüge ausgefallen. Zumindest in dieser Woche sollen Bahnfahrer vom Streik verschont bleiben. Hält die GDL dieses Versprechen ein?

Die Bayern haben gelassen auf den Lokführer-Streik über das ganze Wochenende reagiert - das große Chaos blieb aus, und auch auf den Straßen ging es überraschend ruhig zu. Ab heute sollten wieder alle Züge rollen. Und die Bahn versprach: "Wir werden alles tun, damit die Lage im Berufsverkehr stabil bleibt", sagte ein Sprecher.

Ein weiteres Versprechen gab der Chef der Lokführergewerkschaft GDL. Claus Weselsky kündigte eine Streikpause an. "Ich denke, dass wir über die nächste Woche reden und dass wir dort eine Pause einlegen von mindestens sieben Tagen", sagte er am Samstagabend im ZDF-"heute-journal". Die Lokführer haben die Bahnkunden mit ihrem Ausstand empfindlich getroffen. Bundesweit standen am Wochenende zwei Drittel der Fernzüge still. Auch in Bayern fuhren von Samstag 2 Uhr früh bis Montag früh 4 Uhr die Züge der Bahn nur nach einem ausgedünnten Notfahrplan. Während nur jeder dritte ICE fuhr, waren es im Nahverkehr gut die Hälfte der Züge, teilte die Deutsche Bahn am Sonntagnachmittag mit. Zudem waren im Freistaat die Züge der privaten Bahngesellschaften unverändert im Einsatz.

Einige Reisende mussten wegen des Streiks die Nächte zum Samstag und zum Sonntag am Bahnhof verbringen. In München nutzte die Bahn einen Nachtzug als Herberge für gestrandete Reisende. Auf den bayerischen Bahnhöfen herrschte weniger Betrieb als gewöhnlich - auch weil viele Fußballfans am Samstag per Bus oder Auto anreisten oder zu Hause blieben.

Lufthansa-Piloten streiken

Unterdessen kündigte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) einen 35-stündigen Pilotenstreik an. Der Ausstand bei Lufthansa soll heute um 13 Uhr beginnen. Betroffen seien Kurz- und Mittelstreckenflüge aus Deutschland. (Seite 17)
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