Lothar Walz als Kleindarsteller in "Agnieszka" - Für beste Nachwuchsregie ausgezeichnet
Aus dem "falschen Film" zum Preis

Lothar Walz (rechts) zeigt unser Foto mit Hauptdarstellerin Karolina Gorczyca, die die Titelfigur Agnieszka Radomska spielt, bei den Dreharbeiten in München. Bild: hfz/privat
Schwandorf. (ch) Zunächst dachte Lothar Walz, er sei im falschen Film. Jetzt kann der pensionierte Lehrer und passionierte Laienschauspieler stolz darauf sein, in einem preisgekrönten Streifen mitgewirkt zu haben. "Agnieszka" heißt das Drama, für den Thomasz E. Rudzik den Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsregisseur erhielt.

Gesucht war ein Charaktergesicht, Walz sollte die Filmcrew in einem Café in München treffen. Das entpuppte sich als ziemlich zwielichtige Bar, geführt von einer "Madame". "Was ist denn hier los, habe ich mir gedacht", erzählt Walz von seinem ersten Eindruck. Der verflüchtigte sich schnell, als sich das Filmteam zu erkennen gab. Die Polin Agnieszka, gespielt von Karolina Gorczyca, gerät in der Spelunke an eine Escortagentur, soll sich als Domina verdingen.

Bis Agnieszka auf den 16-jährigen Manuel Kasper trifft. Drei Tage lang blickte Lothar Walz als Gast der Bar eher düster in die Kamera. Das war sein Job. Als er am Freitag die Filmpreis-Gala sah, fiel er aus allen Wolken: "Agnieszka" wurde ausgezeichnet. "Besonders hat mich gefreut, dass sich Tomasz bei allen bedankt hat, die mitgemacht haben", erzählt Walz dem NT. Wer sehen will, wie sich der 71-Jährige geschlagen hat, muss sich noch etwas gedulden: Der Film kommt wahrscheinlich im Frühsommer in die Kinos. Bei der Premiere bei einem Filmfest in Warschau wurde der Streifen mit Begeisterung aufgenommen. "Agnieszka" wird auch auf der Berlinale gezeigt.
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