Lottogewinn macht nicht automatisch glücklicher
Lizenz zum Träumen

Elfmal in Folge wurde der Eurojackpot nicht geknackt, jetzt gehen die 90 Millionen nach Tschechien. Doch so hohe Geldgewinne können sogar unglücklich machen, sagt ein Experte für Glücksspiel. Der Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel der Universität Hohenheim, Tilman Becker, meint: Das anfängliche Hochgefühl werde sich schnell auf ein Normalmaß einpendeln, genau wie auch Unglücksfälle nicht dauerhaft unglücklich machen.

"Der Lottoschein ist eine Lizenz zum Träumen", sagt Becker. "Mit plötzlichem Reichtum könnte man ein Haus kaufen, die Arbeit aufgeben, mit den Reichen auf Du sein. Solche Was-Wäre-Wenn-Träume verkauft Lotto."

Kein Glücksgarant

Geldgewinne seien jedoch alles andere als Glücksgaranten. Wer bei einem Lottogewinn sein ganzes Leben ändere, laufe auch Gefahr, sich mit falschen Entscheidungen unglücklicher zu machen, "etwa wenn man seinen Job hinschmeißt".

Der 90-Millionen-Gewinn im Eurojackpot ist zwar der höchste in dieser Lotterie, doch bei weitem nicht der höchste Lottogewinn. Der mit 656 Millionen Dollar (zum damaligen Kurs umgerechnet 491 Millionen Euro) bisher größte Jackpot der Lotto-Geschichte wurde Ende März 2012 in den USA bei der Lotterie "Mega Millions" geknackt.
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