Loveparade: Keine Ansprüche nach Einsatz

Für seinen Einsatz bei der Loveparade-Katastrophe vor mehr als fünf Jahren kann ein Feuerwehrmann (53) nach Einschätzung des Duisburger Landgerichts keine Entschädigung beanspruchen. Der Richter Stefan Ulrich erklärte in dem Zivilverfahren am Dienstag, dass Schadenersatz in aller Regel nur Menschen zustehe, die von einem Unglück unmittelbar betroffen seien. Dies sei nicht der Fall. Zudem gehe es "um ein typisches Berufsrisiko". Im ersten Prozess zu der Tragödie mit 21 Toten will dieser 90 000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld vom Land und vom Veranstalter erstreiten. Das Gericht entscheidet am 5. Oktober.

Nach eigenen Worten erlitt der Helfer eine posttraumatische Belastungsstörung, als er zum Unglücksort geschickt wurde. Beim tödlichen Gedränge beim Technofestival wurden mehr als 500 Menschen verletzt. "Ein Beobachter hat keinen Schadenersatzanspruch, auch wenn er selber schwer erkrankt", erklärte Ulrich. Etwas Schlimmes zu sehen, etwa einen Unfall, gehöre zum "allgemeinen Lebensrisiko". Acht weitere Zivilklagen sind anhängig. Ob es zu einer Verhandlung wegen fahrlässiger Tötung gegen zehn Mitarbeiter der Stadt und des Veranstalters kommt, ist offen.
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