Macherinnen der geplanten App "Peeple" rudern zurück
Leute-Bewertung im Netz sorgt für Ärger

Bild: dpa
Von einer Art "Yelp für Menschen" war die Rede: So wie bislang Restaurants, Ärzte oder Geschäfte sollen über eine geplante App namens "Peeple" künftig Menschen bewertet werden können, wenn es nach den Plänen der Macherinnen geht. Fünf Sterne für den Liebhaber und die hilfsbereite Nachbarin, zwei Sterne für den egoistischen Kollegen? Am Ende ein Mittel zum Mobbing?

Der Aufschrei war groß und der Sturm der Empörung im Internet ließ nicht lange auf sich warten. Und auch Juristen schlugen Alarm. Sogar Morddrohungen sollen die Gründerinnen Julia Cordray und Nicole McCullough erhalten haben. Cordray bemüht sich in ihrem Blog um Schadensbegrenzung: "Peeple" sei positiv und keine App "um anderen Menschen mitzuteilen, wie schrecklich sie sind". Nur noch Beiträge, die die Bewerteten freigeben, sollen auf der Plattform landen. Niemand werde gegen seinen Willen bewertet.

Das klang vor einigen Tagen noch anders: "Die Leute betreiben so viel Recherche, wenn sie ein Auto kaufen." Warum solle das nicht auch für andere Lebensbereiche gelten? Den ursprünglichen Plänen zufolge sollte jeder Nutzer über 21 Jahre Menschen, deren Telefonnummer er hat, mit bis zu fünf Sternen bewerten können. Voraussetzung: Man muss die Beziehung angeben: beruflich, persönlich oder romantisch.

Die "Washington Post" urteilte scharf: Das überraschendste an dem Projekt sei die Tatsache, "dass bislang niemand die Frechheit besessen hat, etwas derartiges zu entwickeln". Am 12. Oktober wollten die Gründerinnen sich noch einmal ausführlicher zu ihrem Projekt äußern.
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