Mafia-Prozess in Rom beginnt - Vier Angeklagte nur per Videoübertragung dabei
Lukrative Schattengeschäfte

Einer der Anwälte der 46 Angeklagten auf dem Weg in den Gerichtssaal. Bislang sind in dem Mafia-Prozess in Rom 135 Verhandlungstage angesetzt, 250 Zeugen sollen gehört werden. Bild: dpa
In Rom ist mit großem Medienrummel am Donnerstag der Prozess gegen die sogenannte Hauptstadtmafia angerollt. Insgesamt 46 Angeklagte müssen sich vor Gericht verantworten. Richterin Rosanna Ianniello entschied, dass vier von ihnen den Prozess auch an den kommenden Verhandlungstagen nur per Videokonferenz verfolgen dürfen.

In dem mit Spannung erwarteten Verfahren geht es um die engen Verbindungen zwischen Politik, Wirtschaft und organisiertem Verbrechen hauptsächlich unter früheren Stadtregierungen. Die Anklagepunkte lauten unter anderem auf Bildung einer mafiösen Vereinigung, Korruption, Wucher, Manipulation von Ausschreibungen und Erpressung. Die "Mafia Capitale" (Hauptstadtmafia), die Ende 2014 aufflog, soll gegen Schmiergelder lukrative Aufträge für ihre Firmen an Land gezogen haben. Unter den Angeklagten sind Personen aus der Unterwelt, Unternehmer, Beamte und Politiker.

Hauptangeklagter ist der frühere Terrorist Massimo Carminati. Er soll der Drahtzieher des Netzes sein und sitzt nach dem Anti-Mafia-Gesetz unter verschärften Bedingungen im Gefängnis. Außer ihm dürfen drei weitere Angeklagte den Prozess auch in Zukunft nur per Videoschaltung verfolgen. Richterin Ianniello wies am Donnerstag einen Antrag der Verteidiger zurück, den Unternehmer Salvatore Buzzi, den früheren Rechtsterroristen Riccardo Brugia und den Steuerberater Franco Testa für die kommenden Sitzungen in den Gerichtssaal zu lassen. Ab Montag wird der Prozess in einem besonders gesicherten Saal in einem Gefängnis am Stadtrand fortgeführt. Bisher sind 135 weitere Verhandlungstage bis Ende Juli 2016 angesetzt, rund 250 Zeugen sollen gehört werden.
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