Mahnfeuer zum "Tag der Milch"
Bei den Milcherzeugern brennt's

Vor dem Mahnfeuer forderten die Milchprinzessin Eva-Maria Bäuml (Dritte von links) und die BDM-Verantwortlichen Johannes Hösl (Vierter von links), Matthias Irlbacher (Siebter von links) und Martin Prey (rechts) faire Milchpreise. Die Politik mit Bundestagsabgeordneter Marianne Schieder (Zweite von rechts) und Landrat Thomas Ebeling (Fünfter von links) an der Spitze sagte ihre Unterstützung zu. Bild: sus
Pfreimd. (sus) Die Milchviehhalter stehen vor brennenden Problemen. Ihre schwierige Situation brachten sie am Sonntagabend symbolisch zum Ausdruck. Sie entzündeten auf dem Pfreimder Kalvarienberg ein "Mahnfeuer".

Für den Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) ist die prekäre Lage Grund genug, nicht nur verbal zu zündeln. Die Milchviehhalter entzündeten deshalb am Vorabend zum bundesweiten "Tag der Milch" ein Mahnfeuer.

Auf dem Gelände der Firma Schottenheim Landtechnik in Pfreimd trafen sich Funktionäre des BDM aus dem Landkreis mit Vertretern aus Politik, Landwirtschaft und mit Verbrauchern, um über den stark gesunkenen Milchpreis und die Konsequenzen zu diskutieren. Landrat Thomas Ebeling sowie die Bürgermeister Richard Tischler (Pfreimd) und Armin Schärtl (Nabburg) sagten den Landwirten ihre Unterstützung zu. Die Einflussmöglichkeiten seien freilich beschränkt.

Mächtige Verbraucher

MdB Marianne Schieder versteht nicht, warum die Milchquote abgeschafft wurde. Sie versicherte, sich für die Bauern einzusetzen, und bestärkte sie, weiter für einen angemessenen Milchpreis zu kämpfen. Die frisch gewählte Bayerische Milchprinzessin Eva-Maria Bäuml appellierte an die Verbraucher, der Milch den gebotenen Respekt und Anerkennung entgegenzubringen.

Das Lebensmittel werde auf den Höfen in bester Qualität und unter großem Aufwand produziert. BDM-Kreisvorsitzender Johannes Hösl (Oberviechtach) erläuterte den rund 60 Interessenten die aktuelle Lage auf dem Milchmarkt. Der Preis für die Milch sei derzeit wieder auf einem ähnlich niedrigen Stand wie im Jahr 2008. Damals streikten die Landwirte. Obwohl sich Milch hierzulande gut verkaufen lasse, könnten die Produzenten derzeit nur rund 30 Cent pro Liter erzielen.

Wie groß die Macht der Kunden im Supermarkt sei, zeige das Beispiel der "Berchtesgadener Land Molkerei". Die Oberbayern belieferten die Lebensmittelkonzerne nicht mehr zu Dumping-Preisen. Ihre Produkte flogen aus den Kühlregalen. Die große Nachfrage der Kunden führte aber dazu, dass die Lebensmittelketten die Produkte der Berchtesgadener wieder ins Sortiment nahmen - zu den höheren Preisen. Der derzeit niedrige Milchpreis führe auch zum Verfall der bäuerlichen Landwirtschaft und zwinge die Landwirte zu Produktionsbedingungen, wie sie den Verbrauchern nicht gefallen würden.

Martin Prey, stellvertretender BDM-Kreisvorsitzender aus Niedermurach, forderte seine Kollegen auf, weiter für einen angemessenen Milchpreis einzutreten. Das Milchgeld ernähre nicht nur den Landwirt sondern fördere auch den Erhalt der Kulturlandschaft und des wichtigen Nutztiers Rind.
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