Maly: Ohne Zumutungen nicht zu machen - Mehr Windräder und Leitungsmasten
Preis der Energiewende

Die Energiewende in Bayern wird nach Einschätzung von Städtetagschef Ulrich Maly (SPD) "nicht ohne Zumutungen" zu verwirklichen sein. "Allen wohl, niemand weh - das geht nicht. Irgendeinen Tod muss man sterben", erklärte Maly zu den Protesten gegen Einzelvorhaben der Energiewende. "Ohne zusätzliche Windräder und ohne Leitungsmasten wird es nicht gehen."

"Nicht mehr viel Zeit"

An dieser Erkenntnis habe auch der Energiedialog der Staatsregierung nichts geändert. Maly forderte Bund und Land angesichts der 2022 bevorstehenden Abschaltung der letzten Atomkraftwerke auf, alle notwendigen Entscheidungen zum Gelingen der Energiewende noch heuer zu treffen. "Wir haben nicht mehr so fürchterlich viel Zeit", sagte Maly. Laut Maly wird der Umbau der Energieversorgung zwangsläufig dazu führen müssen, "dass sich den Menschen Dinge in den Weg stellen, die sie auf den ersten Blick nicht toll finden". Selbst wenn ein Weg gefunden würde, die geplanten großen Gleichstromtrassen aus Norddeutschland zu verhindern, sei dieser mit Nebenwirkungen verbunden.

So sei eine auf dezentrale Anlagen ausgerichtete Stromversorgung ohne den Ausbau regionaler Leitungsnetze nicht möglich. "Auch dafür braucht man Masten und Drähte", so Maly. Mit dem Ausbau von Biogasanlagen gehe die "Vermaisung" der Landschaft einher, die stärkere Nutzung von Sonnen- und Windkraft sei nicht ohne Windräder und Sonnenparks zu haben. Von der Bundesregierung forderte Maly klare Regelungen zum wirtschaftlichen Betrieb von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und Gaskraftwerken. Letztere müssten für ihre Rolle als Ersatz- und Reservekraftwerke rentabler gemacht werden.

Kletternde Strompreise

Der Hoffnung der Staatsregierung auf Subventionierung neuer Gasblöcke in Bayern gab Maly wenig Erfolgschancen. Zum einen brauche es dafür die wettbewerbsrechtliche Zustimmung der EU, zum anderen müssten die damit verbundenen höheren Kosten auf den Strompreis umgelegt werden. Dass andere Bundesländer diesen Sonderweg mitfinanzieren werden, bezweifelte Maly. Eine Finanzierung allein durch Bayern würde hierzulande die Strompreise nach oben schnellen lassen.
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