Manoj Thapa sorgt sich um Familie in Kathmandu - Leben im Zelt
Bangen um die Eltern in Nepal

Manoj Thapa und seine Frau Stefanie sorgen sich um die Eltern in Kathmandu. Ihr Geschäft ist zerstört, sie leben im Zelt. Bild: Völkl
  Pfreimd-Weihern. (cv) "Sie haben überlebt, doch ihre Existenz, ihr Zuhause, ihr Geschäft sind zerstört". Manoj Thapa spricht von seinen Eltern in Nepal. Unzählige Menschen haben alles verloren. Die Familie Thapa will helfen.

Manoj Thapa lebt mit seiner Frau und den drei Kindern Aishworya, Satya und Philipp-Bikram seit fast sechs Jahren im ehemaligen Pfarrhaus in Weihern. Er ist in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, geboren und aufgewachsen. Stefanie Sturmfels-Thapa, eine Hamburgerin, lernte ihren Ehemann während einer Asienreise kennen. Es war die große Liebe. Das Familienleben erschütterte am Samstag, 25. April, die Meldung vom verheerenden Erdbeben. Es gelang Manoj Thapa, seinen 72-jährigen Vater per Handy zu erreichen. "Alles kaputt, alles kaputt," mehr war von dem unter Schock stehenden Vater nicht zu erfahren, erzählt der Sohn. Eine Verbindung ist seitdem nur sporadisch möglich. Inzwischen hat Manoj Bilder: vom Elternhaus, das große Risse durchziehen, von dem Trümmerhaufen, der früher als Geschäft im Stadtteil Basantapur Touristen versorgte. "Nur eine Tür ist ganz geblieben".

Die Eltern versuchten nach dem Beben vom Geschäft zum Wohnhaus zu gelangen. Manoj Thapas Mutter - nach einem Schlaganfall gehbehindert - weiß nicht mehr, wie sie die vier Kilometer bewältigt hat. "Die Eltern leben in einem Zelt, trauen sich nicht ins Haus zurück", erzählt der 45-Jährige. Trinkwasser ist knapp, gemeinschaftlich organisieren die Menschen ihre Verpflegung. Verletzte werden im Freien behandelt. In der Nachbarschaft sind Menschen gestorben. Wer, wieviele? Manoj weiß es nicht. Es gibt auch keine Nachrichten, wie es den Verwandten, die auf dem Land leben, geht.

Mangel und Regenzeit

Der Schock sitzt bei Manoj Tapa tief: Als ältester Sohn ist er für die Eltern verantwortlich. Seine Geschwister leben in den USA, in Belgien. Das Geschäft, die Mieteinnahmen aus dem Wohnhaus, waren die Altersvorsorge der Eltern. Jetzt haben sie alles verloren. Thapa hätte tausend Fragen, die derzeit nicht beantwortet werden können. Wie überstehen die Eltern die nächsten Wochen, die Regenzeit, Krankheiten?

Manoj Thapa und seine Frau Stefanie kennen das Land und seine Unzulänglichkeiten zu gut, um sich etwas vorzumachen. Können die Eltern nach Deutschland geholt werden? Doch was wird aus dem Wohnhaus? Es wird viel geplündert. Fragen über Fragen.

"Aktion Deutschland hilft"

Einig sind sich Manoj Thapa und seine Frau Stefanie, dass es keinen Sinn macht, jetzt nach Kathmandu zu fliegen. Es sei derzeit schlicht unmöglich, als Privatmann Hilfsgüter zu liefern. "Wir wären nur ein Esser, ein Trinkender mehr", bringt es Stefanie Sturmfels-Thapa auf den Punkt. Die Familie Thapas wandte sich an die "Aktion Deutschland hilft" und richtete hier ein Online-Spendenkonto für ganz Nepal ein. In Weihern hat die Familie Flyer verteilt und um Spenden für die "Aktion Deutschland hilft" gebeten. "Derzeit ist nur an Ersthilfe zu denken", betonen die Thapas. Später möchten sie gezielt den Wiederaufbau unterstützen. Im dem Land, das beide so lieben, "hatte sich langsam etwas entwickelt, wurden Schulen und Krankenhäuser gebaut. Jetzt muss wieder bei Null begonnen werden."

Spendenkonto bei "Aktion Deutschland hilft"
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