Marine Le Pens Front National liegt bei Regionalwahlen im ersten Durchgang in sechs von 13 ...
Triumph für Rechtsextreme in Frankreich

Mit einem historischen Wahlergebnis fährt die rechtsextreme Front National (FN) drei Wochen nach den Terroranschlägen in Frankreich einen klaren Sieg in der ersten Runde der Regionalwahlen ein. Die Partei von Marine Le Pen erreichte am Sonntag zwischen 29,5 und 30,8 Prozent, wie erste Hochrechnungen französischer Fernsehsender zeigten.

In sechs Regionen liegen die Kandidaten der Rechtsextremen vorn. Die Regionalwahlen sind die letzte landesweite Entscheidung vor der Präsidentschaftswahl 2017. Le Pen bezeichnete ihre FN in einer Reaktion als "erste Partei Frankreichs". Ihre Partei habe ein "großartiges Ergebnis" erzielt, sagte Le Pen vor jubelnden Anhängern. "Wir sind dazu berufen, die nationale Einheit zu erreichen, die das Land braucht", sagte die 47-Jährige.

Auf dem zweiten Platz landete ein von Ex-Präsident Nicolas Sarkozys Republikanern angeführtes bürgerliches Parteienbündnis mit gut 27 Prozent. Nach der Niederlage lehnte Sarkozy ein Bündnis gegen die Rechtsextremen ab. Es werde weder eine Fusion mit der Linken geben noch werde seine Partei Listen zurückziehen, kündigte Sarkozy in Paris an. Bis zum zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag gelte es, die Wähler zu mobilisieren.

Die regierenden Sozialisten von Präsident François Hollande kommen zusammen mit einer linken Partei landesweit auf rund 23 Prozent. Sie können im zweiten Wahlgang mit Unterstützung von Grünen und radikaler Linken rechnen, die zusammen bei gut 10 Prozent landeten. Regierungssprecher Stéphane Le Foll sah deswegen die versammelte Linke für kommenden Sonntag vorn.

Von den 44,6 Millionen Wähler beteiligten sich deutlich mehr als vor fünf Jahren. Nach einer Reform ist das französische Kernland in 13 statt 22 Regionen aufgeteilt. (Kommentar)
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