Marseillaise und die Oberpfalz

Immer wieder singen die Franzosen nach den Anschlägen von Paris die Marseillaise. Die französischen Nationalhymne hat ihre Wurzeln in der Oberpfalz bei Johann Nikolaus Graf Luckner.

Claude Joseph Rouget de Lisle komponierte das Lied in der Nacht auf den 26. April 1792 - während die Kriegserklärung an Österreich im elsässischen Straßburg verfasst wurde. Sie hatte zunächst den Titel "Chant de guerre pour l'armée du Rhin" ("Kriegslied für die Rhein- armee") und war dem Oberbefehlshaber und Gouverneur von Straßburg, dem im Jahr zuvor zum Marschall von Frankreich ernannten Grafen Luckner, gewidmet. Noch heute ertönt täglich um 12.05 Uhr die Marseillaise vom Glockenspiel auf dem Marktplatz in Cham, dem Geburtsort des Grafen.

1792 war der bürgerlich geborene Luckner in den Adelsstand erhoben worden. Nach seinem Dienst als Marschall verließ ihn aber der Amtseifer. Er bat um seine Entlassung aus der Armee, die ihm bei vollen Bezügen bewilligt wurde. Als man ihm seine Pension allerdings nicht auszahlte, machte er sich auf den Weg nach Paris, um sein Geld einzufordern. Zu seinem Pech war dort diese Zeit von der Schreckensherrschaft der Jakobiner geprägt. Luckner wurde denunziert und endete am 4. Januar 1794 auf der Guillotine. (we)
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