Maynards friedlicher Abschied

Frühjahr 2014 gaben die Ärzte Brittany Maynard (mit Hund "Charlie") noch sechs Monate. Bild: dpa

Sie war 29 Jahre jung, als sie sich entschied, zu sterben. Denn was der Gehirntumor mit ihr anrichten würde, wollte Brittany Maynard nicht miterleben. Nun hat die sterbenskranke Amerikanerin ihr Leben beendet.

Die krebskranke Brittany Maynard (29) hat sich wie angekündigt das Leben genommen. Dies bestätigte die Sprecherin der Sterbehilfe-Organisation "Compassion & Choices" am Sonntag (Ortszeit). Die Organisation veröffentlichte einen Nachruf ihres Mannes auf Maynards Internetseite. Sie habe wie geplant am Samstag ihre tödlichen Medikamente eingenommen und sei friedlich in ihrem Schlafzimmer in den Armen ihrer Liebsten gestorben. Ärzte hatten Maynard, die an einem aggressiven Gehirntumor litt, im April noch sechs Monate zu Leben gegeben. Sie zog nach der Diagnose mit ihrer Familie nach Oregon - einen von fünf der 50 US-Bundesstaaten, der die Sterbehilfe erlaubt.

Sterben mit Würde

Mit Hilfe des "Death with Dignity Act" (Gesetz für ein Sterben in Würde) bekamen seit 1997 bereits 1173 Sterbenskranke ein tödliches Betäubungsmittel verschrieben, 752 nahmen sich tatsächlich das Leben. Die letzten Wochen ihres Lebens nutzte sie, um sich für aktive Sterbehilfe einzusetzen. Ihre bewegenden Video-Botschaften wurden im Internet millionenfach geklickt. "Lebewohl an all meine teuren Freunde und Familie, die ich liebe", schrieb sie auf ihrer Facebook-Seite am Samstag. "Heute ist der Tag, den ich gewählt habe, um angesichts meiner unheilbaren Krankheit mit Würde dahinzuscheiden, dieser schreckliche Gehirntumor, der so viel von mir genommen hat ... aber der so viel mehr genommen hätte." Maynard habe eine gut durchdachte Entscheidung getroffen.

Noch viel Freude am Leben

Bis zuletzt war unklar, ob Maynard ihren für Samstag geplanten Tod verschieben könnte. In einem am Donnerstag veröffentlichten Video hatte sie gesagt, noch viel Freude am Leben zu empfinden, etwa beim Spazierengehen mit ihrem Mann. Zugleich schränke sie die Krankheit immer mehr ein und verursache starke Schmerzen.
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