Mazedonien: Tränengas gegen Flüchtlinge

Mit Gewalt und Grenzblockaden versucht Mazedonien, den Flüchtlingszustrom aus Griechenland aufzuhalten. Eine kleine Schneise ist wieder geöffnet. Beendet ist das Flüchtlingsdrama aber nicht.

Mit Blendgranaten und Tränengas hat die mazedonische Polizei versucht, Hunderte Flüchtlinge am Überschreiten der Grenze von Griechenland nach Mazedonien zu hindern. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) wurden am Freitag dabei mindestens zehn Menschen verletzt. Der mazedonische Sender A1 berichtete am Nachmittag, die Behörden hätten einen kleinen Durchgang geöffnet, um vor allem Frauen und Kinder ins Land zu lassen. Hunderte Menschen drängten daraufhin vom Niemandsland in Richtung der mazedonischen Eisenbahn-Grenzstation Gevgelije.

Der Organisation MSF zufolge wurden zehn Flüchtlinge durch Blendgranaten verletzt. Sie wurden in der griechischen Grenzstadt Idomeni medizinisch versorgt. Nach Angaben der Helfer kamen mindestens vier Migranten ins Krankenhaus. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will kommende Woche mit den Regierungschefs der Westbalkan-Staaten über den Zustrom an Asylbewerbern aus der Region nach Deutschland reden. Bei den Vereinten Nationen löste das Vorgehen der mazedonischen Polizei Besorgnis aus. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, rief die Regierung in Skopje auf, für einen ordentlichen und sicheren Umgang mit Flüchtlingen zu sorgen. Die UN seien bereit, Mazedonien bei der Schaffung ausreichender Kapazitäten zur Betreuung der aus Griechenland kommenden Flüchtlinge zu helfen. (Seite 4)
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