Mehr Geld für Pensionslast

Die Pensionen für Beamte sorgen immer wieder für hitzigen Gesprächstoff. Der jüngste Versorgungsbericht der Staatsregierung gibt nun Entwarnung: Der Freistaat wird nicht unter den Lasten zusammenbrechen.

Der Freistaat Bayern wird für die Pensionen seiner Ruhestandsbeamten in Zukunft deutlich mehr Geld ausgeben müssen als bisher. Bis 2050 werden die Ausgaben von zuletzt 4,2 auf dann mindestens 11,4 Milliarden Euro pro Jahr steigen. Das geht es dem Versorgungsbericht hervor, den das Finanzministerium dem Landtag vorgelegt hat. Da allerdings das Haushaltsvolumen des Freistaats nach der Prognose ebenfalls um das etwa 2,5-fache ansteigen wird, bleibt die Versorgungsquote im Vergleich zu heute nahezu unverändert bei gut neun Prozent. "Eine Überlastung des Haushalts durch die Altersversorgung der Ruhestandsbeamten wird nicht eintreten", erklärte der zuständige Ministerialdirigent Alexander Voitl im Landtag. Die Finanzierung bewege sich "im grünen Bereich".

Allerdings wird es um das Jahr 2030 wegen der steigenden Zahl an Pensionsempfängern eine Spitzenbelastung geben. Dann wird kurzzeitig mehr als jeder zehnte Euro aus der Staatskasse auf die Konten der Pensionäre fließen. Einen noch stärkeren Zuwachs soll der bis dahin auf 3,7 Milliarden Euro angewachsene Pensionsfonds verhindern. Mit dem dort angesparten Geld soll dem Lastenanstieg ab 2023 die Spitze genommen werden. Dämpfend auswirken sollen sich zudem die von 75 auf 71,5 Prozent des letzten Gehalts abgesenkte Pensionsobergrenze sowie die Anhebung des Pensionseintrittsalters von 65 auf 67 Jahre. Damit könnten kostentreibende Aspekte wie die höhere Lebenserwartung ausgeglichen werden, sagte Voitl. Mehr Spielraum für die Pensionszahlungen sah er auch im geplanten Abbau der Staatsschulden.

206 600 Beamte

Laut Versorgungsbericht gab es Ende 2014 in Bayern 206 600 Beamte, die meisten davon in den Bereichen Bildung (53,9 Prozent) und Innere Sicherheit (18,4 Prozent). Die Zahl der Versorgungsempfänger ist von 2006 bis 2014 von 100 000 auf 124 000 gestiegen. Ihre Höchstzahl soll 2040 mit 178 000 Personen erreicht werden. Wie Voitl mitteilte, ist die Quote der Frühpensionierung seit Jahren rückläufig. 2014 seien nur 14,5 Prozent der Pensionierten wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt worden. Das sei der "historisch niedrigste Wert" gewesen. Das Durchschnittsalter bei Pensionseintritt sei seit 2007 um 4,5 auf 62,8 Jahre gestiegen und liege damit deutlich über den 61,3 Jahren bei Rentnern.
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