Mehr Oldtimer als Einwohner

Kein alltäglicher Anblick. Alle Stellplätze sind mit motorisierten Klassikern bestückt - und die Katholische Männergemeinschaft Wilchenreuth staunt auf ihrer Stippvisite.

Zwischen dem ehemaligen Bulldogg vom "Lukasn- Wirt" und einem 97 Jahre alten "Praga" drängen sich die Gäste um Landwirt Alfons Gollwitzer. In seinem Museum erzählt er, wie er zu seinen Schmuckstücken gekommen ist.

"Den Rahmen vom Praga habe ich an Heiligabend mit dem Jeep geholt. Es hat so geschneit, dass viele Lkw im Graben landeten. Da wusste ich, jetzt ist die richtige Zeit gekommen", beschreibt er sein "Weihnachtswunder der etwas anderen Art". Die Zöllner hätten nur kurz aus ihrem Häuschen geschaut und ihn dann durchgewunken, feixt der 76-jährige.

Pfarrer Josef Häring stoppt vor einem "Lanz Mops". "Er kommt aus Polen, wie Pater Marek ", schmunzelt Gollwitzer. "Gekauft oder geklaut?", witzelt der Angesprochene. Die Fahrzeughalter in der Nähe von Breslau bestanden auf Vorauskasse. "Elf Tage habe ich gezittert und gebangt. Schließlich kannte ich weder den Zustand des Traktors, noch die Besitzer", schildert der Sammler die Unsicherheit bis zur Ankunft des Gefährts. "Da ging für mich ein Traum in Erfüllung. Der Mops war schon restauriert." Nebenan die zweite Halle. "Die musste ich bauen, weil das Weidener Feuerwehrauto, Modell 1313, mit seiner Magirus-Drehleiter nirgendwo mehr reinpasste." Einige Raritäten parken in der zweiten Ebene im "Wandregal". Spätestens jetzt ist der Gruppe um den Vorsitzenden Josef Greiner klar: "In dem Dorf gibt es mehr Oldtimer als Einwohner."
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