Mehrwert für Verbraucher

Sie sind Freunde und Partner im neuen "Institut für Verbraucher-Journalismus" an der OTH in Weiden: die Professoren Christoph Fasel und Thomas Dommermuth (von links). Bild: Huber

Ein publizistischer "Hochkaräter" dockt an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) in Weiden an: Der Medienwissenschaftler Professor Dr. Christoph Fasel (58) verlagert sein "Institut für Verbraucher-Journalismus und Kommunikation" von der Hochschule Calw in Baden-Württemberg nunmehr in die Oberpfalz.

Weiden. Wegen bürokratischer Hürden dauerte das Prozedere der wissenschaftlichen Übersiedlung zwei Jahre lang. Das 2005 von Prof. Fasel gegründete Institut will an der OTH Amberg-Weiden "qualitätsbewussten Verbraucherjournalismus fördern" und "komplexe Inhalte in eine verbrauchergerechte Sprache übersetzen". "Wir stellen den Nutz- und Mehrwert in den Vordergrund. Tausende Informationen überfordern häufig den Verbraucher, wir geben ihnen Orientierung und erklären die kompliziert gewordene Welt", sagt Fasel. Ihn verbindet eine enge Freundschaft mit dem OTH-Professor, Steuer- und Altersvorsorge-Experten, Dr. Thomas Dommermuth.

Dommermuth spricht denn auch von einer "kongenialen Ergänzung". Die beiden Professoren lernten sich vor acht Jahren beim Hamburger "Abendblatt" kennen, wo Fasel eine Journalisten-Veranstaltung zum "Wohn-Riester" moderierte. Dieses Modell der Altersvorsorge geht wiederum im Wesentlichen auf Dommermuth zurück, der damals den Finanzausschuss des Deutschen Bundestags von seinem Modell überzeugt hatte.

Verständlich und lesbar

Aus diesem Treffen entwickelte sich in den vergangenen Jahren eine spannende Zusammenarbeit. Dommermuth: "Christoph Fasel bringt meine diffizilen finanz-mathematischen Berechnungen in einfacher Sprache auf die Straße."

Professor Thomas Fasel "übersetzt" unverständliche Texte (etwa in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen) und macht selbst Juristen-Deutsch lesbar. So untersuchte er in einem öffentlichen Forschungsauftrag "Denglisch" in der Werbesprache oder ging in einem Benchmark-Vergleich dem Nutzwert von Internetseiten für Zeitungen auf den Grund. Der Wissenschaftler berät als Experte den Deutschen Bundestag bei Anhörungen, die großen Verbraucherschutz-Verbände ebenso wie internationale Konzerne, Journalisten-Akademien oder öffentliche Institutionen und arbeitet eng mit Wissenschaftlern im deutschsprachigen Raum zusammen. Dazu gehören u. a. Lehraufträge an den Universitäten München, Leipzig, Innsbruck oder Hamburg.

Professor Thomas Dommermuth wirkt mit dem von ihm gegründeten Institut für Vorsorge und Finanzplanung (Altenstadt/WN) bei zahlreichen Gesetzgebungsverfahren zur Altersversorgung mit. Jährlich hält er bis zu 100 Vorträge im Bereich Altersvorsorge und Steuern. Seit 2012 ist er als Moderator der "Handelsblatt"-Jahrestagung "Betriebliche Altersversorgung" tätig.

Prominente Beiräte

Fasel hofft, durch die Verlagerung des Instituts "Synergien zusammen mit Thomas Dommermuth intensiver auszuschöpfen". Fasel leitet das Institut für Verbraucher-Journalismus, Geschäftsführer sind Dommermuth und Heiko Schwöbel (Tübingen). Der Gründungsbeirat des Instituts ist prominent besetzt mit dem Journalistik-Professor Dr. Michael Haller (Universität Leipzig), der Chefredakteurin des dpa/gms-Themendienstes Hilke Segbers und dem Chefredakteur der Verbraucherzeitschrift "Guter Rat", Werner Zedler.

Prof. Fasel hält regelmäßig an der OTH in Weiden Vorlesungen und er geht davon aus, zum Thema Verbraucher-Journalismus zahlreiche überregionale Projekte in die Oberpfalz zu ziehen. Sein Büro ist im WTC-Campus angesiedelt. Auch Projekte mit unserer Zeitung sind angedacht.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
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