Menschenrechtler sehen Kampf gegen Armut und Krankheiten durch Ungleichverteilung behindert
Reichtum der Welt in wenigen Händen

Ein Prozent der Menschheit weltweit wird im Jahr 2016 so viel Vermögen angehäuft haben wie die restlichen 99 Prozent der Weltbevölkerung zusammen. Auf dieses Missverhältnis verwies am Montag die britische Hilfsorganisation Oxfam aus Anlass des am Mittwoch in Davos beginnenden Weltwirtschaftsforums. "Der weltweite Wohlstand ist zunehmend auf eine kleine Elite konzentriert", heißt es in dem zwölf Seiten starken Ungleichheits-Report, den Oxfam am Montag in London veröffentlichte. Auch regional sei der Reichtum ungleich verteilt. Fast ein Drittel der auf der Forbes-Liste aufgeführten 1645 Milliardäre weltweit haben einen amerikanischen Pass oder leben in den USA.

Die ungleiche Vermögensverteilung behindere den Kampf gegen die weltweite Armut, sagte Oxfam-Exekutiv-Direktorin Winnie Byanyima. Einer von neun Menschen auf der Erde habe nicht genug zu essen, eine Milliarde Menschen müssten mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag zurechtkommen. Oxfam kritisiert, dass besonders viele Superreiche, die ihr Geld auf dem Pharma- und Gesundheitssektor verdienten, erheblich an Vermögen dazugewonnen hätten, während die Weltgesundheit nur schrittweise vorankomme.

Auch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf warnt in einer neuen Studie vor einer Zunahme der Ungleichverteilung. Das weitere Anwachsen der Kluft zwischen Arm und Reich sei besorgniserregend. Im globalen Durchschnitt würden mittlerweile bis zu 40 Prozent aller Einkommen auf die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung entfallen. Hingegen kämen die ärmsten zehn Prozent insgesamt nur auf zwei Prozent der weltweiten Einkommen.

Die Menschen in Deutschland haben erstmals ein Geldvermögen von mehr als fünf Billionen Euro. Das teilte die Deutsche Bundesbank mit. (Kommentar, Seite 8 und 17)
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.