Merkel erwägt auch Militäreinsatz gegen IS

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auf dem Pariser Platz der Republik der Opfer der Terroranschläge vom 13. November gedacht. An der Seite des französischen Präsidenten François Hollande legte sie dort am Mittwochabend vor der Statue der französischen Nationalfigur Marianne eine Rose nieder. Bild: dpa

Die Kanzlerin hat Frankreich nach der Terrorattacke von Paris "jedwede Unterstützung" zugesagt. Zunächst sollen 700 Soldaten die französischen Truppen in Mali und im Irak entlasten. Doch das dürfte nicht alles gewesen sein.

Frankreichs Präsident François Hollande hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mit deutlichen Worten zu mehr Einsatz im Anti-Terror-Kampf in Syrien und im Irak aufgefordert. Er wünsche sich, dass Deutschland sich noch mehr engagieren könne, sagte er am Mittwochabend am Rande eines Treffens mit Merkel in Paris. "Falls Deutschland weiter gehen könnte, wäre das ein sehr gutes Signal."

Merkel deutete eine mögliche Ausweitung des Engagements in Syrien und im Irak an. "Wenn der französische Präsident mich bittet, darüber nachzudenken, was wir mehr tun können, dann ist das Aufgabe für uns, darüber nachzudenken", sagte sie. "Wir werden hier sehr schnell reagieren." Im Bundestag hatte sie zuvor erklärt: "Wir stehen solidarisch an der Seite Frankreichs. ... Wenn zusätzliches Engagement notwendig ist, werden wir das nicht von vornherein ausschließen."

In Berlin wurde danach über einen möglichen Einsatz von Tornado-Aufklärungsflugzeugen über Syrien und dem Irak spekuliert. Es wäre die erste Beteiligung der Bundeswehr an einem offensiven Kampfeinsatz seit Afghanistan und eine Abkehr von der bisherigen Linie der Bundesregierung. Nach Ankündigungen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sollen künftig bis zu 650 Soldaten im westafrikanischen Mali stationiert werden, um die französischen Streitkräfte im Anti-Terror-Kampf zu entlasten. Zudem sollen an der Ausbildung kurdischer Peschmerga-Kämpfer im Irak künftig bis zu 150 deutsche Soldaten teilnehmen statt wie bisher 100. Hollande begrüßte diese deutschen Pläne ausdrücklich, sagte gleichzeitig aber, dass er gespannt sei, was Berlin noch mehr tun könne.

Morgen ist in Paris eine Trauerfeier für die Terroropfer geplant. Dann sollen alle Franzosen ihre Häuser und Wohnungen mit blau-weißen-roten Landesflaggen schmücken. (Seite 4)
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