Merkel steuert offenbar vierte Amtszeit an

Von wegen amtsmüde: Nach einem Bericht des "Spiegels" will Angela Merkel auch nach 2017 Kanzlerin bleiben. Bild: dpa

Kanzlerin Merkel will bei der Bundestagswahl 2017 angeblich wieder kandidieren - alles andere wäre eine Überraschung. CSU-Chef Horst Seehofer geht noch einen Schritt weiter. Mit Merkel als Spitzenkandidatin hält er sogar eine absolute Mehrheit der Union für möglich.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich nach Darstellung des "Spiegels" offenbar entschieden, 2017 für eine vierte Amtszeit zu kandidieren. Intern habe Merkel erklärt, sie werde die Entscheidung über eine Kandidatur bei der nächsten Bundestagswahl offiziell erst Anfang 2016 bekanntgeben, berichtete das Nachrichtenmagazin.

Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) sprach von "Spekulation". Die Kanzlerin werde sich zur K-Frage äußern, "wenn sie es für richtig hält". Im übrigen weigere er sich, "jetzt schon über Koalitionen zu spekulieren oder den Wahlkampf ins Visier zu nehmen". Union und SPD "sollten versuchen, so lange es eben geht, gemeinsam zu regieren" - also bis mindestens Mitte 2017. "Der Wahlkampf beginnt noch früh genug."

Allgemein wird damit gerechnet, dass Merkel 2017 wieder antritt. Die Stärke der Union, da seien sich Meinungs- und Parteienforscher einig, liege fast ausschließlich an der Person der Kanzlerin, schreibt die "Bild am Sonntag". Spannend bleibt die Frage, ob sie die ganze Legislaturperiode im Amt bleiben will.

Nach Angaben des "Spiegels" besprach die CDU-Chefin bei einem Strategietreffen mit Generalsekretär Peter Tauber und CDU-Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler bereits, wer für die Kampagne der Union im Wahlkampf in gut eineinhalb Jahren zuständig sein soll. Auch mit CSU-Chef Horst Seehofer habe die CDU-Vorsitzende vor einigen Wochen strategische Fragen des Wahlkampfs erörtert, so der "Spiegel". Seehofer sei dafür, dass die Union eine absolute Mehrheit als Wahlziel ausgebe. Merkel habe sich skeptisch gezeigt. Der CSU-Chef hält mit Merkel als Spitzenkandidatin eine absolute Mehrheit der Union bei der Bundestagswahl für möglich, wie er am Sonntag auch im ARD-Sommerinterview erklärte.

Er verwies dabei auf eine aktuelle Umfrage der "Bild am Sonntag". Danach kommt die Union derzeit auf 43 Prozent, genau so viel wie die anderen im Bundestag vertretenen Parteien zusammen: SPD 24 Prozent, Linke 9 und Grüne 10 Prozent. Nicht ins Parlament kämen FDP (4 Prozent) und AfD (3).
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