Migration nach Deutschland auf Höchststand - Polen, Rumänien und Italien wichtigste ...
Zuwanderer vor allem aus der EU

(dpa/KNA) Die Zuwanderung nach Deutschland ist auf dem höchsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die Zahl der Einwanderer machte sowohl 2013 als auch 2014 einen Sprung nach oben. Das ergibt sich aus dem Migrationsbericht 2013, den Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch in Berlin vorstellte, und aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Nach vorläufigen Schätzungen der Statistiker kamen 2014 mindestens 470 000 Menschen mehr nach Deutschland als weggingen. So einen hohen Wert hatte es zuletzt Anfang der 90er Jahre gegeben. Drei Viertel der Zuwanderer nach Deutschland im Jahr 2013 sind aus einem anderen Land der Europäischen Union zugezogen. Insgesamt stieg die Zahl der Zugewanderten von rund 1,08 Millionen im Jahr 2012 auf 1,23 Millionen Menschen, wie aus dem Migrationsbericht hervorgeht. Die Hauptherkunftsländer seien Polen, Rumänien und Italien gewesen.

De Maizière wies vor dem Hintergrund des Berichts Forderungen nach einem neuen Zuwanderungsgesetz zurück. Die bestehenden rechtlichen Regelungen entsprächen bereits einem Einwanderungsgesetz Neben dem Zuwachs der Zuwanderer stieg auch die Zahl der Auswanderer. Insgesamt verließen 2013 rund 800 000 Menschen Deutschland, vorrangig EU-Bürger. Auch bei den Fortzügen seien die Hauptzielländer Polen, Rumänien und zudem Bulgarien gewesen, erklärte de Maiziere. Seit einigen Jahren zögen zudem mehr Menschen aus Deutschland in die Türkei als umgekehrt. Darunter seien "viele, bei denen wir uns freuen würden, wenn sie blieben", sagte de Maiziere. Auch in die Schweiz zögen mehr, als von dort nach Deutschland kämen. Bei der Zuwanderung aus Nicht-EU-Ländern sei die Zahl der Nachzüge von Ehegatten oder Familien mit rund 55 000 nahezu auf dem Niveau des Vorjahres gewesen, sagte de Maiziere.

Drittstaaten-Zuwanderung wegen einer Erwerbstätigkeit in Deutschland sei mit etwa 33 000 Fällen leicht gesunken. Die Asylbewerberzahl 2013 habe rund 130 000 betragen, so de Maiziere. Die aktuellen Zahlen für 2014 liegen bei mehr als 200 000 Asylbewerbern.
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