Millionen Autos in Deutschland manipuliert

Greenpeace-Aktivisten protestieren am Freitag mit Pinocchio-Figuren in Wolfsburg. Bild: dpa

Nun ist es offiziell. Auch Millionen deutsche Diesel-Fahrzeuge von VW sind mit manipulierter Abgasmessung unterwegs. Der Autoriese hat einen Nachfolger für den gestürzten Martin Winterkorn: Matthias Müller soll den Konzern aus der Vertrauenskrise führen.

Von den manipulierten Abgasmessungen bei Volkswagen sind mindestens 2,8 Millionen Diesel-Fahrzeuge in Deutschland betroffen. Das sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag im Bundestag. Nach aktueller Kenntnis seien das Fahrzeuge der 1,6- und 2-Liter-Diesel-Klasse. Es stehe aber zur Diskussion, dass zusätzlich zu diesen 2,8 Millionen Autos auch noch 1,2-Liter-Fahrzeuge betroffen seien.

Laut Volkswagen sind weltweit unterschiedliche Fahrzeugmodelle aus mehreren Baujahren betroffen, etwa der Golf der sechsten Generation, der Passat der siebten Generation und die erste Generation des Tiguan. Dobrindt sicherte deutschen VW-Kunden die volle Wahrung ihrer Interessen zu. Er sagte, das Kraftfahrt-Bundesamt fordere VW auf, "verbindlich zu erklären, ob sich das Unternehmen in der Lage sieht, die eingestandenen technischen Manipulationen zu beheben." Dobrindt machte die Zusage: "Wir achten darauf, dass sowohl die Aufklärung als auch die Transparenz als auch die Schadensbehebung als auch die vollumfängliche Berücksichtigung der Kundeninteressen auch so stattfindet." Keine einzige Maßnahme dürfe zulasten der Kunden gehen. Kurz zuvor hatte er öffentlich gemacht, dass der Skandal nicht nur Diesel-Pkw, sondern auch leichte Nutzfahrzeuge betreffe.

Wie zuletzt erwartet soll der bisherige Porsche-Chef Matthias Müller Volkswagen aus der Krise führen. In einer mehr als siebenstündigen Sitzung wählte der Aufsichtsrat den 62-Jährigen zum Nachfolger von Martin Winterkorn. Müller kündigte eine "schonungslose Aufklärung und maximale Transparenz" an. Volkswagen werde "die richtigen Lehren aus der aktuellen Situation ziehen."

Die Märkte USA, Mexiko und Kanada werden in einer neuen Region Nordamerika zusammengefasst. Mit dem bisherigen Skoda-Chef Winfried Vahland steht dem Marktbereich auch eine neuer Chef vor. Der in die Kritik geratene US-Regionalchef von Volkswagen, Michael Horn, bleibt im Amt. An die Stelle Vahlands bei Skoda soll der bisherige Porsche-Vertriebschef Bernhard Maier, treten. Für den Chefposten bei Porsche werden Produktionsvorstand Oliver Blume beste Chancen eingeräumt. Wie aus Konzernkreisen verlautete, steht der 47-Jährige de facto als neuer Firmenlenker fest. (Seite 17)
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