Mindestens 15 Tote und 10 Vermisste bei Unwetter - Unsichere Zukunft für Zoo
Georgien trauert um Opfer

Soldaten und Freiwillige haben in Georgien weiter nach Überlebenden des verheerenden Unwetters in der Hauptstadt Tiflis gesucht. Mit Besen und Schaufeln schoben sie am Montag Schlamm und Schutt beiseite. Die heftigsten Regengüsse seit Jahrzehnten hatten Erdrutsche und Überschwemmungen ausgelöst. Im ganzen Land läuteten zur Mittagsstunde die Glocken aus Trauer über die mindestens 15 Toten. Etwa zehn Menschen galten noch als vermisst. Hunderte Helfer beteiligten sich an den Aufräumarbeiten.

Auf dem Gelände des besonders stark zerstörten Zoos von Tiflis bargen Helfer ein lebendes Krokodil und ein Wildschwein. Löwen, Wölfe, Tiger und viele andere Tiere kamen in den Fluten ums Leben. Unklar war weiter, wie viele aus ihren Gehegen ausgerissen waren. Rund um die Uhr suchten Sicherheitskräfte nach streunenden Zoobewohnern. Spezialeinheiten hatten umherirrende Raubtiere aus Sicherheitsgründen erschossen.

Staatstrauer ausgerufen

Die Staatsflaggen wehten am Tag nach der Katastrophe auf halbmast. Die Regierung rief einen Tag der Trauer aus. Der Montag wurde zum arbeitsfreien Tag erklärt, damit sich mehr Menschen an den Räumarbeiten beteiligen konnten. Mehrere als vermisst geltende Menschen meldeten sich bei ihren Verwandten. Regierungschef Irakli Garibaschwili sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. 60 Familien seien in Notunterkünften untergebracht worden, sagte er.

Nach vorläufigen Schätzungen der Regierung liegt der Schaden bei etwa 15,8 Millionen bis 19,5 Millionen Euro. Dem weitgehend zerstörten Zoo boten mehrere Tierparks aus Deutschland und anderen Ländern ihre Expertise beim Wiederaufbau an. Bereits im Juli 1960 hatte eine schwere Überschwemmung Teile des Zoos in Tiflis verwüstet. Dabei waren viele Tiere umgekommen.
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