Mindestens elf Verletzte: Mann feuert in Piräus wahllos in die Menge
"Jetzt werdet ihr alle sterben"

Samstagfrüh in der Hafenstadt Piräus: Ein Mann stürmt in ein Nachtlokal, er hat eine Schnellfeuerwaffe dabei und schießt wahllos in die feiernde Menschenmenge. Wie durch ein Wunder wird niemand getötet, allerdings gibt es mindestens elf Verletzte. Eine 23-jährige Frau soll am Kopf getroffen sein, ein 39-Jähriger wird wegen eines Lungendurchschusses operiert.

Augenzeugen schildern dramatische Szenen nahe dem malerischen einstigen Fischereihafen Mikrolimano. "Wir stürzten alle in Panik übereinander. Er schoss, wechselte das Magazin, schoss erneut. Blut und Glassplitter überall. Alle schrien durcheinander. Ich konnte nur denken: 'Gleich bin ich dran'", erzählt ein junger Mann im Fernsehen. Was den Schützen zu seiner Tat trieb, war zunächst völlig unklar. Auch, ob er vielleicht unter Drogen stand.

Der Ablauf wirkt sonderbar. Nach Aussage von Augenzeugen saß er mit zwei jungen Frauen an der Bar. Ein Überwachungsvideo, das der TV-Sender Mega ausstrahlt, zeigt, wie der Mann zunächst offenbar ganz gelassen aus dem Lokal spaziert. Dann rennt er plötzlich los - und kehrt etwa eine Viertelstunde später zurück. In seiner Hand: Eine Waffe, vermutlich ein Kalaschnikow-Sturmgewehr.

Von außen feuert er auf die Fensterfront, anschließend vom Eingang aus. "Jetzt werdet ihr alle sterben!", soll der Täter gerufen haben. "Alle fingen an, panisch in den Club hineinzudrängen. Einige versteckten sich auf dem Klo. Jemand rief 'Alle runter!', dann habe ich nichts mehr gesehen", schildert die junge Christina aufgeregt dem Fernsehsender Star ihre Erlebnisse. Als sie wieder den Kopf gehoben habe, hätten überall Verletzte gelegen.

Der Täter sei bereits identifiziert, ein polizeibekannter Krimineller, berichten Medien übereinstimmend. Er soll zu einer Zuhälterbande gehört haben, die von der Polizei zerschlagen wurde. Angeblich war er in den vergangenen Wochen in drei Schusswaffenüberfälle auf Cafés im Zentrum von Athen verwickelt. Bei einer dieser Schießereien hatte es einen Toten gegeben. Es soll um Schutzgelderpressung gegangen sein.
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