Mindestlohn: Ärger unterwegs

Stellt sich bei Kontrollen - wie hier auf der A6 nahe Waidhaus (Kreis Neustadt/WN) - heraus, dass ausländische Lastwagenfahrer für ihre Tour durch Deutschland nicht den Mindestlohn bekommen, kann das für Transportunternehmer teuer werden. Die tschechische Regierung will das Gesetz genau unter die Lupe nehmen. Archivbild: dpa
(dpa/räd) Der deutsche Mindestlohn sorgt für erheblichen Ärger bei osteuropäischen Transportunternehmen. Denn auch ausländische Lkw-Fahrer haben bei Transitfahrten durch die Bundesrepublik einen Anspruch auf den Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde - deutlich mehr als in ihrer Heimat. In Tschechien beträgt der Mindestlohn 48,10 Kronen je Stunde, umgerechnet 1,72 Euro.

"Unserer Einschätzung nach ist das Gesetz nicht im Einklang mit europäischem Recht", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Prag am Dienstag. Der Branchenverband des tschechischen Speditionsgewerbes, Cesmad Bohemia, verurteilte die Mindestlohn-Regelung als einen "Schlag unter die Gürtellinie in einem vereinten Europa".

Das bayerische Speditionsgewerbe hingegen gibt sich gelassen. Verbandsgeschäftsführerin Edina Brenner erklärte gegenüber unserer Zeitung, der niedrigste Tariflohn in Bayern liege bei 11,77 Euro.
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