Mindestlohn für Erntehelfer bereitet Bauern Probleme
Bürokratie sprießt

Die Landwirte beklagen wenige Wochen nach Beginn der Erntesaison bürokratische Vorschriften bei der Umsetzung des Mindestlohngesetzes. "Die Bürokratie wächst den Bauern über den Kopf", sagt Theo Däxl vom Bayerischen Bauernverband.

Die Erntehelfer aus dem Ausland müssten nach den neuen Vorschriften ihren Lohn zwingend am Monatsende ausgezahlt bekommen - hätten aber gar kein Konto und wüssten nicht, wohin damit, berichtete der Referent für Obst- und Gartenbau. Sie fürchteten Verlust oder Diebstahl. Das Problem über Verwahrungsverträge oder andere Hilfskonstruktionen zu lösen sei "bürokratischer Unsinn". Für Unverständnis bei den Erntehelfern sorge auch die neue Vorschrift, dass der Arbeitsvertrag und der Vertrag über Kost und Unterkunft getrennt abgefasst sein müssten. Die Regelung sei für die Landwirte praxisfremd.

In Deutschland gilt seit Jahresbeginn ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde - mit einer Übergangsregelung für Land- und Forstwirtschaft. Jedes Jahr kommen laut Bauernverband rund 300 000 Erntehelfer nach Deutschland, zehn Prozent davon nach Bayern.
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