Ministerin Müller besichtigt neue Erstaufnahmeeinrichtung
Neue Unterkunft in Deggendorf

Bayern muss sich nach den Worten von Sozialministerin Emilia Müller (CSU) für weiterhin hohe Asylbewerberzahlen rüsten. "Aufgrund der vielen neuen Krisenherde in der Welt rechnen wir auch in Zukunft mit extrem hohen Zugangszahlen", sagte sie am Montag bei einem Besuch der neuen Erstaufnahmeeinrichtung in Deggendorf, die am 2. Januar in Betrieb gehen soll. "Bereits nächstes Jahr werden höchstwahrscheinlich die diesjährigen Zahlen übertroffen", betonte die CSU-Politikerin.

"Umso wichtiger ist die Umsetzung des Beschlusses des Ministerrats vom April dieses Jahres, in jedem Regierungsbezirk eine Erstaufnahmeeinrichtung zu schaffen", sagte Müller. Die neue Einrichtung in Deggendorf für 501 Asylbewerber werde für weitere Entlastung der bestehenden Aufnahmeeinrichtungen sorgen. Deggendorf ergänzt nach Angaben des Ministeriums die bestehenden beiden Einrichtungen in Zirndorf und München mit ihren zahlreichen Dependancen. In Regensburg wurde vor wenigen Tagen die Pionierkaserne als Übergangs-Erstaufnahmeeinrichtung eröffnet, die bis zur Nutzung der Bajuwarenkaserne zur Verfügung steht. Die weiteren Standorte für die Erstaufnahmereinrichtungen sind laut Ministerium Bayreuth, Augsburg und Schweinfurt.

Unterdessen kommt es in der Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Zirndorf zu einem erneuten Engpass: Weil ein Teil des Personals bereits im Urlaub sei und gleichzeitig die Zahl neuer Flüchtlinge nicht abnehme, komme es bei der Neuaufnahme derzeit zu langen Wartezeiten, sagte Erwin Bartsch von der Asylgruppe Zirndorf (Kreis Fürth) am Montag. "Am Wochenende mussten in der ZAE Zirndorf ein als Kapelle genutzter Raum und die Busgarage zur Unterbringung der Flüchtlinge umfunktioniert werden, weil die Zimmer bereits wieder am Limit sind."

Der Sprecher der mittelfränkischen Bezirksregierung wies diese Kritik zurück: "Bisher konnten die Zugänge mit den vorhandenen Kapazitäten aufgefangen werden." Eine Inanspruchnahme der Kapazitäten aus dem Winternotfallplan sei bislang nicht erforderlich.
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