Ministerium korrigiert Herrmann

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) steht nach der Verwechslung eines in Bayern registrierten Flüchtlings mit einem der Attentäter von Paris in der Kritik. SPD und Grüne forderten am Mittwoch Aufklärung. Die zwei Oppositionsfraktionen warfen dem Minister vor, zur Verunsicherung der Bevölkerung beizutragen. Herrmann hatte am Vorabend erklärt, es spreche "sehr viel dafür", dass einer der Paris-Attentäter als Flüchtling in Feldkirchen in der Nähe von Straubing registriert worden sei. Die Pressestelle des Innenministerium hatte das wenig später korrigiert, allerdings nach Redaktionschluss unserer Zeitung.

"Es kann nicht sein, dass Herrmann in den Medien unnötig Angst schürt und wenige Stunden später zurückrudern muss", sagte der SPD-Innenpolitiker Paul Wengert. Der Minister habe "ein schlechtes Licht auf alle Flüchtlinge" geworfen. Die Grünen-Abgeordnete Katharina Schulze nannte Herrmanns Äußerung "in hohem Maße verantwortungslos".

Nach Angaben aus Regierungskreisen war die Panne vermutlich darauf zurückzuführen, dass ein Flüchtling gleichen Namens registriert wurde, der offenbar nach Frankreich weitergereist war. Diese Information war auch von einer Bundesbehörde geprüft worden, bevor sich der Irrtum herausstellte. (Kommentar)
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