Mit allen Orten in Ausbauplan

Breitbandberater Walter Huber informierte über die interkommunale Zusammenarbeit und stellte die Ergebnisse des Markterkundungsverfahrens vor. Bild: wg

Wenn die Gemeinden zusammenrücken, kann sich das durchaus in barer Münze auszahlen. Etwa beim Breitbandausbau. Die interkommunale Zusammenarbeit bringt hier weitere 50 000 Euro.

"Heute wollen wir Nägel mit Köpfen machen und festlegen, welche Orte wir erschließen wollen und was wir vorhaben", betonte Bürgermeister Josef Schmidkonz bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Wenn es am Ende nicht "ausgeht", müsste eventuell etwas gestrichen werden, die Gemeinde will aber möglichst alles erschließen. "Alle Bürger sollen in den Genuss des Breitband-Ausbaus kommen", versprach Schmidkonz.

Die bereits beschlossene interkommunale Zusammenarbeit muss wohl ohne Tirschenreuth stattfinden. Die Kreisstadt sei im Verfahren bereits weiter als die Mähringer, erläuterte der Bürgermeister. Als Partner könnte jedoch Bärnau in Frage kommen.

Laut Walter Huber, Vertreter der Firma Breitbandberatung Bayern GmbH, ist auch Neualbenreuth bereits im Verfahren "durch" und somit außen vor. Es bleibe nur noch Bärnau. Auf die 50 000 Euro habe die Gemeinde ebenfalls einen Eigenanteil von 20 Prozent zu bezahlen. Einstimmig wurde einer Zusammenarbeit mit Bärnau zugestimmt. Auf Anregung von German Hartmann (CSU) wurde ein Passus ergänzt, wonach die Zusammenarbeit nur zustande kommt, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist.

Laut Walter Huber beträgt die maximale Fördersumme für Mähring 920 000 Euro, das bedeutet eine Investition von knapp 1,2 Millionen Euro für den Ausbau. Für die Zusammenarbeit muss Bärnau nun innerhalb von acht Wochen einsteigen. Josef Schmidkonz erinnerte an seine Bemühungen, eine höhere Förderung zu erhalten, es bleibt aber bei 80 Prozent. "Weil unsere Verschuldung zu gering ist, bekommen wir als arme Gemeinde nur 80 Prozent, die reichen Gemeinden bekommen 90 Prozent. Das ärgert mich schon", urteilte der Bürgermeister.

Walter Huber stellte anschließend den Stand des Markterkundungsverfahrens und die Erschließungsgebiete vor, in denen ein Ausbau sinnvoll ist. Das Förderprogramm soll eine Leistung von 30 bis 50 Megabyte ermöglichen. Detailliert ging der Experte auch auf technische Dinge ein. "Je länger das Kupferkabel ist, umso geringer wird die Leistung. Bei etwa fünf Kilometer ist Ende", erläuterte Huber. Glasfaserleitungen würden eine höhere Leistung ermöglichen.

Wie Huber sagte, sind Poppenreuth und Mähring bereits gut versorgt, in Großkonreuth sind nach dem Ausbau 30 bis 50 MB möglich, wovon auch die umliegenden Orte profitieren. Redenbach sei bereits gut versorgt (mind. 30 MB innerorts, außerhalb zum Teil 10 bis 16 MB). Griesbach sei mit zwei Kabelverteilern gut versorgt, im acht Kilometer entfernten Asch sind noch 8 Megabyte vorhanden. In Frauenreuth müsste ein Kabelverzweiger gesetzt werden. Dippersreuth werde über Großkonreuth versorgt und verfügt derzeit über eine Datenversorgung mit acht Megabyte.

Kein Problem sind für Huber die Reisach und Hiltershof. Lauterbach, Laub und Ödhof würden über Griesbach bzw. Redenbach versorgt und könnten nach einem Ausbau sechs bis acht Megabyte erhalten. "Wenn überall 30 Megabyte gewünscht sind, muss jedes Haus ein Glasfaserkabel bekommen, das wären enorme Kosten", teilte Huber mit. Huber empfahl der Gemeinde, in die Ausschreibung alle Orte einzubeziehen. "Nehmen Sie alles mit 30 MB in die Ausschreibung rein, der Netzbetreiber macht sich dann Gedanken, wie er anschließen kann." Wichtig sei eine Deckelung und Festschreibung des Höchstbetrages.

Nach langer Diskussion, wurde beschlossen, alle Orte für den Breitband-Ausbau vorzusehen, in denen noch keine Versorgung mit 25 Megabyte vorhanden ist. Zudem wurde die Auftragssumme auf 1,2 Millionen Euro begrenzt. Der Gemeindeanteil beträgt dann rund 230 000 Euro.
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