Mit Araber Beste in Bayern

Nanu, was hat Frauchen denn da in der Tasche? Einem Leckerli sind Pferd und Hunde nicht abgeneigt. Bild: swt

Süß überlagert der Duft der überreifen Banane den sonst typischen Stallgeruch. Pastis schnuppert und freut sich auf den beliebten Snack. Der zwölf Jahre alte Araberhengst hat sich die Belohnung auch redlich verdient.

Das Pferd wurde mit Reiterin Manuela Haydn bayerischer Meister im Distanzreiten. Acht Ritte in ganz Bayern hat der Hengst absolviert, 5000 Höhenmeter und über 450 Kilometer Distanzen hat er hinter sich gebracht.

Zwischen 80 und 113 Kilometer waren jeweils zu bewältigen - von Ulm bis Würzburg, aber auch in Niederbayern. Schwieriges Gelände, bis zu 500 Meter nur bergauf, Waldwege aller Art, eine Herausforderung für Pastis und Besitzerin Haydn. Lange Trainingseinheiten wechselten sich mit kurzen Erholungsphasen ab. Seit Februar bereiteten sich beide auf die Meisterschaften vor, im August wurde die gebürtige Niederbayerin bereits Vizemeisterin. Sie lebt in Auerbach und "reitet seit ich denken kann". Den zwölfjährigen russischen Vollblutaraber Pastis, den sie als Fohlen kaufte, hat sie selbst ausgebildet.

Einige Erfolge

Die Titelkämpfe gingen unter anderem in Marloffstein auf der Wunderburg über die Bühne. "Ich hatte heuer schon einige Erfolge und habe mich dann entschlossen, mich mit den Besten in Bayern zu messen." Der 113-Kilometer-Ritt in Marloffstein ist einer der schwersten Ritte in Bayern, da 4600 Höhenmeter zu überwinden waren, auf sehr anspruchsvollen und harten Böden.

Derzeit hat Pastis Ruhepause, er wird aber mit leichten Geländeritten, viel Bodenarbeit oder Gymnastik fit gehalten. Auch fehlen ihm derzeit die Hufeisen, da dies für den Araber schonender zu laufen ist. Während die Banane nur ein gelegentlicher Snack zwischendurch ist, bekommt Pastis sonst hochwertigen Hafer und Mineralfutter. Auch Heu kann er kauen, soviel er mag. Im Frühling und Sommer gibt es frisches Gras auf der Weide. Da kommt die offene Stallhaltung zugute, in Nemschenreuth steht das Pferd und kann jederzeit über die Koppel, wenn ihm danach ist.

Bewegung brauchen auch die vier Mini-Australian-Sheperd-Hunde, die zum zweiten Hobby der Tierliebhaberin gehören. Haydn züchtet die quirligen und pfeilschnellen Mini Aussies. Sie gehen immer mit, wenn Pastis übers Gelände spazieren reitet. Und sie folgen ihrem Frauchen aufs Wort. Und beim Ortstermin eifrig an der Jacke der Pressearbeiterin schnuppern - könnte ja ein Leckerli drin sein. Auch Pastis reagiert auf den Griff in die Tasche. Freundlich stupst er seine Besitzerin an, bis sie ihm einen weiteren Snack reicht.

Gerne im Fichtelgebirge

Zwei bis drei Stunden täglich gehen die Hunde mit Pferd und Reiterin in die Natur, am Wochenende auch mal länger. Manuela Haydn reitet gerne im Fichtelgebirge. Am Ochsenkopf bereitet sie sich auf die Distanzritte vor, absolviert im Schnitt rund 1000 Höhenmeter. Auch leichter Galopp gehört dazu. "Speed braucht Pastis nicht," erklärt die Expertin. Das in ihm aber Feuer steckt, bewies Pastis beim letzten Distanzritt vor einigen Wochen. Bei Deggendorf stand der letzte Ritt an. Schon unterwegs war sicher, dass Pferd und Reiterin den Titel haben werden. Nach 80 Kilometern ließen es beide gemächlicher angehen. Dann wurden sie von einem Mitbewerber überholt. Kein Problem, doch als zwei weitere Pferde an Pastis vorbeizogen, war es mit dessen Ruhe vorbei. "Ich konnte ihn nicht mehr halten, er entwickelte Ehrgeiz und ging als Erster durchs Ziel", schmunzelt Haydn.

Billig ist das Hobby nicht. Pro Kilometer fallen ein Euro Startgebühren an, dazu kommen Futter, Tierarztkosten, Verpflegung für Reiter und Begleiter und natürlich Sprit. Trotzdem wird Manuela Haydn auch künftig zu Distanzritten fahren.
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