Mit Blaulicht zum Nobelpreis

Leuchtdioden - wie hier im Regensburger Osram-Werk - sind effizient und erfordern nur geringen Materialaufwand, da sie im Schnitt 100 000 Leuchtstunden halten, im Gegensatz zu Glühlampen mit 1000 und Neonröhren mit 10 000 Stunden. Bild: dpa

Viele Menschen tragen sie mit sich herum: Moderne Taschenlampen und Smartphones enthalten die Leuchtdioden, die von den diesjährigen Nobelpreisträgern geschaffen wurden.

Für die Erfindung hocheffizienter Lichtquellen erhalten in diesem Jahr drei gebürtige Japaner den Nobelpreis für Physik. Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura bekommen die hohe Auszeichnung, weil sie blau leuchtende Dioden entwickelt haben. Diese ermöglichen helle und energiesparende Lichtquellen. In Signalanzeigen, Autolichtern und Smartphones etwa gibt es solche LEDs (lichtemittierende Dioden) bereits.

Die hohe Auszeichnung für Physiker ist mit rund 880 000 Euro dotiert. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften gab ihre Entscheidung am Dienstag in Stockholm bekannt. "Rote und grüne LEDs gibt es schon viele Jahre, aber die blauen fehlten wirklich noch", sagte Per Delsing, Vorsitzender des Nobel-Komitees für Physik. "Wenn man diese drei Farben vereint, bekommt man weißes Licht."

Erst das weiße Licht verhalf den Leuchtdioden zum Durchbruch in der Lichttechnik. "Weiße LED-Lampen emittieren ein helles, weißes Licht, sind langlebig und energieeffizient", betonte das Komitee. Die Technik werde permanent verbessert und habe schon eine Lichtausbeute von 300 Lumen pro Watt erreicht, was etwa 16 gewöhnlichen Glühbirnen entspreche. "Das 21. Jahrhundert wird durch LED-Lampen beleuchtet werden."

Es sei "unglaublich" gewesen, zu hören, dass er auserwählt wurde, sagte Nakamura (60), als das schwedische Nobel-Komitee ihn während der Pressekonferenz in Stockholm anrief. Der US-Bürger forscht an der Universität von Kalifornien, so dass er mitten in der Nacht geweckt wurde. Akasaki (85) und Amano (54) versuchten in den 1990er Jahren ebenfalls, blaue LEDs herzustellen. Rote Leuchtdioden waren bereits Ende der 50er entwickelt worden, doch an blauen bissen sich zahlreiche Forscher jahrzehntelang die Zähne aus.

Nicht aufgegeben

"Es hieß damals, (die Technik) schafft man nicht innerhalb des 20. Jahrhunderts", sagte Akasaki. "Einige haben damit aufgehört. Aber ich habe nicht daran gedacht", sagte der Physiker, der damals mit seinem Doktoranden Amano an der Universität von Nagoya arbeitete. Neben den LEDs entwickelten die Forscher noch einen blauen Laser. Damit konnte eine wesentlich höhere Speicherkapazität als auf einer DVD erreicht werden, was die Blue-ray-Disc ermöglichte. Der Nobelpreis kommt passend noch vor 2015, dem "Internationalen Jahr des Lichts".
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