Museum schließt "Marktlücke"

Es ist eine der größten Baustellen der Stadt, die Lage äußerst prominent: Am Regensburger Donaumarkt entsteht bis 2018 das Museum der Bayerischen Geschichte.

"Die Bauarbeiten laufen auf vollen Touren", sagt Hans Weber, Leiter des Staatlichen Bauamts Regensburg. Seit der Grundsteinlegung am 22. Mai dieses Jahres seien die Arbeiten gut vorangekommen. Der Rohbau der Bavariathek sei bereits fertiggestellt, auch das Untergeschoss des Museumsbaus mit Kellerwänden und Decke stehe in Teilen. Parallel zu den fortschreitenden Rohbauarbeiten im Museum beginne demnächst der Stahlbau auf dem Dach der Bavariathek. Das Richtfest ist für Juni 2016 geplant.

"WAA-Bühne"

Der Freistaat schließt mit dem Bayern-Museum eine "Marktlücke": Die Ausstellung konzentriert sich auf das 19. und 20. Jahrhundert. Kein staatliches Museum kümmert sich bislang um die Überlieferung des modernen Bayerns. Die Dauerausstellung auf 2500 Quadratmetern im ersten Stock soll in neun Generationen unterteilt werden, von 1800 bis 2025. Vom Königreich über die NS-Zeit und das Wirtschaftswunder bis heute deckt sie die neuere bayerische Geschichte ab. Schlaglichtartig werden Themen auf Ausstellungsbühnen präsentiert. So soll es etwa eine "WAA-Bühne" geben, die sich mit den Protesten gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf in den 80er-Jahren beschäftigt. Im Erdgeschoss findet das großzügige Foyer mit der Installation "Himmel der Bayern" Platz. 1000 Quadratmeter sind für Sonderausstellungen geplant.

Diskussion hatte in Regensburg der Siegerentwurf des Architekturbüros Woerner und Partner aus Frankfurt ausgelöst. Es war von einem "Klotz" oder einer "Schachtel" die Rede. Museumsplaner Richard Loibl vom Haus der Bayerischen Geschichte verteidigte den Entwurf: Das Haus gliedere sich durch die unregelmäßige Dachstruktur und die platz- und gassenartigen Elemente bestens an die Struktur der Welterbestadt Regensburg an. Auch die Unesco hatte nichts einzuwenden.

Regensburg hatte sich als Museums-Standort in einem Wettbewerb gegen 24 weitere bayerische Städte durchgesetzt. Am 26. Mai 2018 soll das 67,3 Millionen Euro teure Museum der Bayerischen Geschichte seine Pforten öffnen - genau 200 Jahre nach dem Erlass der Verfassung des Königreichs Bayern.

Landesausstellung läuft

Auch die Vorbereitungen zur ersten tschechisch-bayerischen Landesausstellung über den römisch-deutschen Kaiser und böhmischen König Karl IV. (1316-1378) sowie zur bayerischen Landesausstellung "Bier in Bayern" laufen nach Plan. Die gemeinsame Ausstellung des Freistaats und der Tschechischen Republik wird zwischen Mai und September 2016 in Prag zu sehen sein und im Oktober nach Nürnberg ziehen.
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