Musik verbindet und begeistert

Zum Feiertag geriet der Mittwochabend für die beiden Partner- und Nachbargemeinden Waidhaus und Rozvadov. "Musikbrücke 2015" lautete das Zauberwort, mit dem eine ungewöhnliche Premiere ein neues Zeitalter einläutete.

Die Idee von Bürgermeisterin Margit Kirzinger bescherte der über 25-jährigen Partnerschaft eine völlig neue Dimension. Im Mittelpunkt standen die jungen Musikanten aus beiden Ländern mit ihrem exzellenten Konzert. Schon seit den Proben legten sie die Berührungsängste ab, tauschten ihre Plätze beliebig, saßen Seite an Seite und lieferten vor allem eins: Eine wunderbare Zusammenarbeit.

Am Mittwoch taten es ihnen die vielen Zuhörer aus Tschechien und dem Oberpfälzer Wald gleich. "Es ist alles gut gemischt. Ich denke, dass ist ein guter Weg für die Zukunft", sagte Dirigent Hermann Mack vom Musikverein. In der nicht wieder zu erkennenden Kirchenruine von Rozvadov konnten die Bankreihen den Ansturm nicht fassen, obwohl diese ganz dicht gestellt waren.

"Gutes Ergebnis"

Die Fahnen beider Partnergemeinden und ihrer Länder schmückten die Bühne rund um das Gemeinschaftsorchester. Eindrucksvoll und emotional legte die Musik des gemischten Ensembles den Grundstock für überwältigte Besucher. Musikalischer Leiter Frantisek Kratochvil fand die passenden Worte: "Die Bürgermeisterin hatte so eine gute Idee. Hermann Mack setzte das in die Realität um. Und wir haben mit der Kirche einen guten Platz dafür. Das gibt ein richtig gutes Ergebnis und wir können uns alle darüber freuen."

Das gute Miteinander hatte aber noch eine andere Quelle. Mit ihrem gewinnenden Lächeln und dem mühelosen Wechsel zwischen Tschechisch und Deutsch stülpte Ansagerin Katerina Machova dem historischen Ereignis das Gefühl eines unbedingten Zusammengehörens über. Das Willkommen von Rozvadovs Bürgermeister Borivoij Vrabec übersetzte Martina Klimpel.

Von den vielen Gästen, darunter mehrere Bürgermeister aus beiden Ländern, zeigte sich Kirzinger "ganz hin und weg". Gänzlich erfüllt sah Hans Eibauer als Leiter des "Centrums Bavaria Bohemia" den Sinn des grenzüberschreitenden Projekts. Den Kreis schließend klatschte das Publikum zur Zugabe "Muziky, Muziky" frenetisch im Takt mit. Es war auch das Auftaktstück gewesen.

Abwechselnd dirigierten Kratochvil und Mack das Orchester, das mit dem Konzertwalzer ein ganz zeitgenössisches Stück in einem Arrangement Kratochvils beeindruckend meisterte. Das "Udo-Jürgens-Medley" beinhaltete eine Version des "Griechischen Weins". Als Höhepunkt für die Gäste erwies sich das in beiden Ländern bekannte "Rosamunde". Zwar holte das Programm die Stimmung mit "Auld Lang Syne" im Anschluss noch einmal etwas auf den Boden, doch zu den Nationalhymnen am Ende erhob sich der ganze Saal.

Geselliger Ausklang

Mit Beifall sparten die Gäste nicht, wovon der Moderatorin ein gehöriges Stück gehörte. Am Eingang hatten die Tschechen extra ein Zelt aufgestellt und tischten kostenlos böhmische Kuchen- und Gebäckspezialitäten auf, wozu es Kaffee und Tee gab. Gesellig klang hier der ganz besondere Auftakt der diesjährigen "Waidhauser Sommerserenaden" nur allmählich aus.
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