Mutige Idealisten

Das Logistikbataillon 472 (hier nach der kürzlichen Rückkehr aus Afghanistan) sind Auslandseinsätze gewöhnt. Die Mission von 15 Freiwilligen in Ebola-Gebieten ist jedoch mit besonders hohen Risiken behaftet. Bild: Petra Hartl

Trotz aller Schulungen und Schutzmaßnahmen steht fest: Wer sich für den Einsatz in Ebola-Gebieten meldet - wie die Freiwilligen aus Kümmersbruck (Kreis Amberg-Sulzbach) - braucht Mut. Zumal die Oberpfalz bereits ein Opfer zu beklagen hat.

(dpa/tos) Die ersten Freiwilligen der Bundeswehr könnten ihre Arbeit in den von Ebola betroffenen Gebieten Westafrikas möglicherweise in einem Monat aufnehmen. "Wir werden voraussichtlich in vier Wochen die ersten unten haben", sagte ein Sprecher des Kommandos Sanitätsdienst der Bundeswehr in Koblenz am Freitag.

Eine gefährlicher Hilfseinsatz, selbst für - in Auslandseinsätzen sehr erfahrene - Kräfte vom Logistikbataillon 472 aus der Schweppermann-Kaserne in Kümmersbruck (siehe Kasten).

Der Orden der Barmherzigen Brüder hat unterdessen 18 Ebola-Tote in den eigenen Reihen zu beklagen. Vier Mitbrüder und 14 Mitarbeiter sind in Westafrika der Seuche zum Opfer gefallen, teilte der Orden am Freitag in Regensburg mit. Aber auch die Barmherzigen Brüder wollten der Epidemie weiter trotzen und ihre Kliniken in Monrovia (Liberia) und Lunsar (Sierra Leone) weiterbetreiben, erklärte der Regensburger Prior Seraphim Schorer. Dazu würden jedoch Spenden benötigt.

Bekannter unter den Opfern

Der Prior trauert um die Verstorbenen: "Es nimmt unsere Ordensgemeinschaft sehr mit, mit welcher Katastrophe unsere afrikanischen Brüder, Schwestern und Mitarbeiter zu kämpfen haben." Er erklärt weiter: "Frater Patrick Nshamdze, das erste Ebola-Opfer des Ordens, kannte ich aus mehreren Begegnungen in Regensburg und Rom persönlich. Sein Tod gibt Ebola ein Gesicht." Nach dem jüngsten Todesfall musste das Krankenhaus in Lunsar zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit geschlossen werden. Auch die Klinik in Monrovia, die der 52-jährige Nshamdze leitete, wird derzeit desinfiziert, soll aber wieder geöffnet werden.

In Koblenz bereitet eine "Task Force Ebola" den Einsatz vor. Die Ausbildung der Freiwilligen - bereits rund 4500 Soldaten und Zivilisten, darunter viele Reservisten - soll am Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg stattfinden.

Die Zahl der registrierten Infizierten ist laut WHO inzwischen auf 6263 gestiegen, 3091 Menschen starben.
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