Mutter wegen Totschlags vor Gericht - Zweifel an Aussage
Baby ertrinkt in Badewanne

Mit der Geburt will die Hochschwangere nicht gerechnet haben, als sie am Abend des 8. März in die Badewanne stieg. Dass sie ein Baby erwartete, hatte sie Freunden und Familie verschwiegen. "Ich hatte leichte Rückenschmerzen, die wurden plötzlich mehr und ich kam nicht mehr aus der Wanne heraus", erzählt sie zum Prozessauftakt am Landgericht Gera. Dann sei das Mädchen plötzlich da gewesen

Laut Anklage ließ die Mutter das Neugeborene im Wasser liegen, es ertrank. Die 30-Jährige steht seit Freitag wegen Totschlags vor dem Landgericht Gera. Die Frau aus Altenburg schildert den Tod als Unfall. "Ich hatte die Kleine hochgenommen und gesehen, dass es ein Mädchen war", erinnert sie sich. "Es hat seine Ärmchen bewegt." Sie habe nach einem Messer gegriffen und die Nabelschnur durchtrennt. Dann sei sie "weggeklappt". Laut einer Frauenärztin sei eine Ohnmacht bei der Geburt "extrem selten". Als sie zu sich kam, schwamm das Baby reglos im kalten Wasser - mit dem Kopf nach unten. Auch der Vorsitzende Richter meldet Zweifel an: "Man könnte zu dem Schluss kommen, Sie haben das Cuttermesser extra mit ins Bad genommen." Das liege dort, um Pflanzen zu stutzen, entgegnet die Frau.

Der Kindsvater schildert die Frau, mit der er eine längere Affäre hatte, als sehr verschlossen. Tage später kam sie wegen akuter Gesundheitsprobleme ins Krankenhaus. Zunächst leugnete sie die Geburt, später sagte sie: "Ich habe ein Kind geboren, dann kam ein vermummter Mann und hat es mir weggenommen." Die Polizei fand das tote Baby in einem Plastikeimer.
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