Nach dem Orkan "Niklas": Was Verbraucher nun wissen müssen
Rechte bei Sturmschäden

Durch den Sturm stark beschädigte Autos in Weilheim. Bild: dpa
Sturmschäden an Häusern, Hausrat oder Autos sind in der Regel versichert. Nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) greifen in solchen Fällen Gebäude-, Hausrat- und Kaskoversicherung. Ersetzt werden Sturmschäden ab Windstärke 8 - also ab einer Windgeschwindigkeit von 62 Stundenkilometern. Nach den Versicherungsbedingungen reicht es meist aus, wenn es vorher eine offizielle Sturmwarnung gegeben hat oder auch Häuser in der Nachbarschaft beschädigt wurden, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Ein Überblick:

Für Schäden an Gebäuden durch umgefallene Bäume oder abgebrochene Äste kommt die Wohngebäudeversicherung auf. Wurden durch den Sturm das Dach abgedeckt oder Fensterscheiben eingedrückt, sind Folgeschäden, die durch eindringende Niederschläge entstehen, ebenfalls versichert. Wird der Keller überschwemmt, zahlt die Elementarschadenversicherung.

Sturmschäden an der Wohnungseinrichtung werden von der Hausratversicherung ersetzt. Auch hier sind die Folgeschäden - die zum Beispiel nach einer Dachabdeckung auftreten können - mitversichert. Die Versicherung greift aber meist nur, wenn Fenster und Türen verschlossen waren.

Wird das Auto von Bäumen, umherfliegenden Dachziegeln oder anderen Gegenständen getroffen, brauchen die Besitzer eine Teil- oder Vollkaskoversicherung. Diese ersetzt auch Schäden, die der Sturm direkt am Wagen verursacht, beispielsweise wenn dieser umkippt. Versichert ist allerdings in der Regel nur der Zeitwert. Eine eventuelle Selbstbeteiligung wird vorher von der Entschädigungssumme abgezogen.

Bahn-Kunden bekommen bei deutlicher Verspätung oder Zugausfall einen Teil ihres Geldes zurück. Denn auch bei höherer Gewalt gibt es eine Entschädigung, hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden (Rechtssache C-509/11).

Entschädigung für Flugverspätung : Ein Anspruch auf eine Ausgleichszahlung nach EU-Fluggastrechteverordnung besteht bei Sturm nicht. Hier gilt ein Unwetter als höhere Gewalt.
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