Nach den Krawallen in Köln: Nordrhein-Westfalen will Demos von Hooligans gegen Salafisten ...
Politik pocht auf Härte gegen Hooligans

Auch vor den Mannschaftsbussen der Polizeikräfte machten die gewalttätigen Demonstranten am Sonntag in Köln nicht halt. Bild: dpa
Nach den Krawallen Tausender Hooligans und Rechtsextremisten in Köln wollen Politik und Sicherheitsbehörden den Randalierern entschlossen entgegentreten. Wer Gewalt in Deutschlands Städte trage, müsse mit allen Mitteln des Rechtsstaats verfolgt und bestraft werden, sagte am Montag Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). Die nordrhein-westfälische Landesregierung kündigte nach den Straßenschlachten an, ähnliche Treffen künftig gerichtlich verbieten zu lassen.

Am Sonntag waren rund 4800 Hooligans und Neonazis aus vielen Teilen Deutschlands nach Köln gereist. Offizieller Anlass war der Protest gegen radikal-islamistische Salafisten, doch skandierte die Menge auch ausländerfeindliche Parolen. Bei Straßenschlachten mit den 1300 Polizisten wurden 49 Beamte verletzt und mehrere Polizeiautos demoliert. 17 Verdächtige kamen in Gewahrsam; alle waren am Montag wieder auf freiem Fuß. Haftbefehle gab es zunächst nicht. Gegen 57 Verdächtige ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch. Treibende Kraft für die Demonstration war laut Polizei und Verfassungsschutz die Hooliganszene, die unter dem Motto "Hooligans gegen Salafisten" über soziale Netzwerke im Internet zur Teilnahme aufgerufen hatte. Viele Rechtsextremisten hätten sich angeschlossen. Die Kundgebung war von einem Funktionär der Anti-Islam-Partei Pro NRW angemeldet worden, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Der NRW-Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Arnold Plickert, sprach von einer neuen Qualität der Gewalt. Auch Bernd Wagner vom Exit-Programm für Aussteiger aus der rechten Szene sagte, es handele sich um ein "gefährliches Sammelbecken". Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) prangerte an, dass sich die Gewalt vor allem gegen Polizei und Rettungskräfte gerichtet habe. "Solchen Exzessen mit Ansage müssen und werden wir mit aller Härte entgegentreten."

In Bayern spielt die Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" bislang keine große Rolle. Eine organisierte rechtsextremistische Fanstruktur sei derzeit nicht zu erkennen, ebenso wenig eine gezielte Unterwanderung der Fanszene durch Rechtsextremisten, hieß es beim Verfassungsschutz. Überschneidungen gebe es bei Einzelpersonen.(Kommentar)
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)Oktober 2014 (9310)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.