Nach der NT-Berichterstattung verschwanden neun Exemplare
Schilderwald abgeholzt

Dass man an der Kreisstraße entlang des Dießfurter Badesees nicht parken darf, wird immer noch mehr als deutlich, obwohl mehr als ein Drittel der einst 24 blau-roten Schilder verschwunden sind. Bild: Anne Spitaler
Dießfurt. (spi) Eins, zwei, drei, vier, fünf ... 24 Parkverbotsschilder standen im Sommer an der Kreisstraße am Dießfurter Freizeitsee - jetzt nicht mehr. Nach der NT-Berichterstattung (Link zum Bericht) verschwanden immerhin neun Schilder.

Mit der Aktion "Licht in den Schilderwald" setzte Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann im Sommer 2014 Säge und Axt auf die Straßen im Freistaat an. Vom 21. Juli bis zum 31. August sollten Bürger schlecht lesbare, verwirrende oder überflüssige Verkehrszeichen auf der Homepage des Bayerischen Verkehrsministers melden. "Der neue Tag" griff das Thema in einem Beitrag auf und sammelte Beispiele aus der Region.

Eines der krassesten Fundstücke, die Kreisstraße NEW 22 am Dießfurter Badesee, schaffte es damals sogar auf die Titelseite der Zeitung. Auf einer Strecke von rund einem Kilometer standen die 24 Parkverbotsschilder in rund 100 Meter Abstand zueinander - 12 auf der einen und 12 auf der anderen Straßenseite.

"Am 6. November hat die Straßenmeisterei Eschenbach in Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach und den Polizeiinspektionen Neustadt/WN und Eschenbach in beiden Fahrtrichtungen grob jedes zweite Schild abgebaut", berichtet Claudia Prößl, Pressesprecherin vom Landratsamt Neustadt/WN. "Nach der Aktion und der Berichterstattung des Neuen Tags haben wir noch einmal überprüft, ob wirklich alle Verkehrszeichen sein müssen." Die Behörden hätten die Straße vor Ort besichtigt und eine einvernehmliche Entscheidung getroffen: Die Schilder sollen weg.

Wildes Parken verhindern

Aber warum wurden dort überhaupt so viele Parkverbotsschilder aufgestellt? "Weil die Badegäste im Bereich des Sees häufig wild und sicherheitsgefährdend geparkt haben - zum Beispiel auf dem Seitenstreifen und am Fahrbahnrand -, wurden die Parkverbotsschilder mit dem Zusatzzeichen für den Seitenstreifen aufgestellt", erklärt Prößl. "Nähere Angaben wie die Anzahl wurden nicht gemacht."

Es gebe laut Pressesprecherin keine exakten gesetzlichen Vorgaben über die Abstände und die Wiederholungen von Halteverbotsschildern auf längeren Strecken außerorts. "Um zu verhindern, dass die Autofahrer nach einem Strafzettel behaupten, sie hätten das Schild nicht gesehen, wurden die Verkehrszeichen im Zweifelsfall eher in dichterer Abfolge aufgestellt." Die Autofahrer hätten nun einmal viele Ausreden.

Das Landratsamt Neustadt/WN geht davon aus, dass die übrigen 15 Schilder, die nun auf beiden Straßenseiten verteilt in rund 150 Meter Abstand zueinander stehen, ausreichend erkennbar seien. Weitere Beispiele für überflüssige Schilder mit einem Foto und Beschreibung des Standortes an: redek@derneuetag.org.
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