Nach Explosionsunglück im chinesischen Tianjin: Illegale Machenschaften enthüllt
Firmenbosse festgenommen

Das Ausmaß der Verwüstung in Tianjin ist aus der Luft am besten zu erkennen. Im Boden ist ein riesiger Krater zu sehen. Bild: dpa
Nach der Katastrophe in Tianjin mit 114 Toten enthüllen die Ermittler illegale Machenschaften der Betreiber des explodierten Gefahrgutlagers. Vier Eigentümer und Manager wurden festgenommen. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua beschrieb eine Vetternwirtschaft zwischen gut vernetzten Vertretern des "dubiosen Unternehmens" Ruihai Logistik und Aufsichtsorganen. Zudem geht es um fragwürdige Genehmigungen und Verstöße gegen Sicherheitsregeln. Die Bergungsarbeiten in dem Trümmergebiet um den riesigen Krater im Hafen der nordchinesischen Stadt kamen derweil nur langsam voran.

Cyanid im Wasser

In dem Lager mit 3000 Tonnen gefährlichen Chemikalien war es am 12. August nach einem Brand zu heftigen Explosionen gekommen, die in einem weiten Umkreis schwere Verwüstungen anrichteten. 65 Menschen wurden nach Angaben des Staatsfernsehens noch vermisst. Mehr als 670 Verletzte werden im Krankenhaus behandelt, unter ihnen knapp 40 Schwerverletzte.

Nachdem es in der Zehn-Millionen-Metropole geregnet hat, wurden im Wasser an 8 von 40 Messstationen Cyanid-Werte gemessen, die über den Sicherheitsgrenzen liegen, sagte Bao Jinling, Chefingenieur des Umweltschutzamtes von Tianjin. In dem Lager waren unter anderem 700 Tonnen hochgiftiges und leicht entzündliches Natriumcyanid. Nach anfänglichem Chaos und Beschwichtigungen, die Empörung im Volk ausgelöst hatten, präsentierte die Staatsagentur Xinhua erste Ergebnisse der Ermittlungen. So seien "falsche Eigentumsverhältnisse" bei dem Betreiber des Lagers festgestellt worden. Die Lage des Gefahrgutlagers war zudem ein Verstoß gegen Sicherheitsvorschriften: Es war nur 560 Meter von Wohnblocks entfernt, obwohl 1000 Meter vorgeschrieben waren.
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