Nach Irland-Votum auch in CDU und CSU einzelne Stimmen für Gleichstellung
Homo-Ehe: Union ringt um Kurs

(dpa/KNA) Nach dem Ja im katholisch geprägten Irland zur Homosexuellen-Ehe erhöhen Politiker in Deutschland den Druck auf die Union, darauf einzuschwenken. Opposition und SPD, aber auch Abgeordnete von CDU und CSU plädierten am Dienstag für die volle Gleichstellung.

Der CDU-Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag, Daniel Günther, sagte: "Ich wünsche mir und werbe dafür, dass wir diese Gleichstellung auch in Deutschland schnell erreichen." Der Stuttgarter CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann erklärte: "Es gibt all denen Aufwind, die schon länger dafür sind." Der CSU-Bundestagsabgeordnete Bernd Fabritius sagte: "Auch in unserer Partei schärft sich das Verständnis für gesellschaftliche Realitäten." Dagegen warnte der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Max Straubinger: "Bei uns ist eine andere Diskussionsgrundlage, jedes Land entscheidet für sich selbst." Das Justizministerium will die rechtliche Gleichstellung von Lebensgemeinschaften schwuler und lesbischer Paare mit der Ehe nun weiter fördern. Dafür bringt Justizminister Heiko Maas (SPD) morgen einen Entwurf ins Kabinett ein. Die katholische Bischofskonferenz wies Forderungen nach einer Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zurück. Der Pressesprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, sagte, die Forderung nach einer Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaften gehe zu weit. Das Institut der Ehe umfasse nicht nur die Partnerschaft zwischen Frau und Mann allein, sondern auch das Elternpaar, das Sorge und Verantwortung für Kinder trägt. Der Vatikan bezeichnete das irische Ja zur Homo-Ehe als "Niederlage für die Menschheit".(Kommentar)
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