Nach Online-Petition: Wenig Zustimmung für Abschaffung der Schulwettbewerbe
Rückenwind für Jugendspiele

Der Leistungsdruck bei den Bundesjugendspielen wurde zuletzt kritisiert. Doch eine Umfrage bestätigte eine breite Akzeptanz der Spiele bei den Beteiligten. Bild: dpa
Der seit voriger Woche im Internet hochkochende Ärger über die Bundesjugendspiele wird nach einer Umfrage von der Mehrheit der Bevölkerung nicht oder kaum geteilt. Wie das Meinungsforschungsinstitut YouGov in einer am Donnerstag veröffentlichten Befragung ermittelte, befürworten den Protest per Online-Petition gegen die traditionsreichen Schulsportwettbewerbe nur 15 Prozent "voll und ganz", weitere 16 Prozent "eher".

Dagegen lehnen 26 Prozent eine Abschaffung der Bundesjugendspiele "eher" ab, während 30 Prozent "ganz und gar" gegen eine solche Entscheidung der verantwortlichen Bildungs- und Familienpolitiker wären (13 Prozent: "Weiß nicht"). Der Protest einer Mutter gegen die seit 1951 ausgerichteten Wettbewerbe hatte eine breite Debatte ausgelöst. Im Internet unterstützten 20 000 Menschen die Forderung von Christine Finke (49) aus Konstanz nach deren Abschaffung: Die Spiele seien wegen des Leistungsdrucks aus der Zeit gefallen, unsportlichere Schüler würden vor ihren Klassenkameraden gedemütigt. Finke hatte den Protest initiiert, weil ihr neunjähriger Sohn nach den Spielen geknickt heimkam. Sie erntete Zustimmung, aber auch Spott.

Die Kultusministerkonferenz der 16 Bundesländer sieht keinen Anlass, die seit 60 Jahren etablierten Wettbewerbe abzuschaffen oder auch nur die Teilnahme auf Freiwilligkeit umzustellen. Seit 15 Jahren könnten die Spiele "nicht mehr nur als "Wettkampf", sondern auch als spielerischer "Wettbewerb" oder vielseitiger "Mehrkampf" gestaltet werden".
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