Nach Verurteilung: Francesco Schettinos Anwälte legen Berufung ein
"Costa"-Kapitän will kämpfen

Unglückskapitän Francesco Schettino will auch nach der Verurteilung zu 16 Jahren Haft weiterkämpfen. "Ich werde beweisen, dass ich die 'Costa Concordia' nicht verlassen habe", sagte er in der Nacht zu Donnerstag in einer ersten Reaktion auf den Richterspruch. Seine Anwälte legten Berufung ein. Bis das Verfahren durch die weiteren Instanzen gegangen ist, können Jahre vergehen. Schetttino bleibt derweil auf freiem Fuß. Hinterbliebene reagierten enttäuscht auf das Urteil.

Das Gericht im toskanischen Grosseto hatte den Kapitän des Kreuzfahrtschiffes am Mittwochabend in erster Instanz wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt. Das Kreuzfahrtschiff war am mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und gekentert. Schettino hatte sich nach dem Unglück zuerst selbst gerettet.

"Übertriebene Strafe"

Das Gericht sprach Schettino in allen Anklagepunkten schuldig, blieb jedoch deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft von 26 Jahren und drei Monaten Haft. "Es ist eine übertriebene Strafe, die viel, viel zu hoch ist. Aber das Wichtige ist, dass er nicht verhaftet wurde, das ist eine positive Sache", sagte Schettinos Anwalt Domenico Pepe, der einen Freispruch für seinen Mandanten gefordert hatte. "Jetzt werden wir sehen, ob dieses Urteil im Berufungsprozess bestätigt wird."

Überlebende und Opferangehörige zeigten sich enttäuscht: "16 Jahre für 32 Opfer sind gar nichts", sagte Giovanni Girolamo, der seinen Sohn bei dem Unglück verloren hatte. Die Reederei wurde wie Schettino vom Gericht dazu verurteilt, Entschädigungszahlungen an die Nebenkläger zu leisten. Die Passagiere sollen mit je 30 000 Euro entschädigt werden. Die Reederei erklärte: "Es ist ein ausgewogenes Urteil, das alle Interessen berücksichtigt."
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