Nato und Russland streiten um Zahl der Diplomaten
Diplomatie der Nadelstiche

Die Nato will Russland zum Abzug von rund zwei Dutzend beim Bündnis akkreditierten Diplomaten zwingen. Wie ein Allianzsprecher am Sonntag bestätigte, wurde eine neue Richtlinie zum Größenlimit für Delegationen aus sogenannten Partnerstaaten herausgegeben.

Sie sieht vor, dass künftig nur noch 30 Diplomaten im Hauptquartier in Brüssel akkreditiert sein dürfen. Russland hatte zuletzt mehr als 50 Entsandte gemeldet - und überschreitet damit als einziger Partnerstaat das neue Größenlimit. Nach Angaben westlicher Diplomaten sind vor allem die Spannungen wegen des Ukraine-Konflikts Hintergrund der Entscheidung.

Seit 2014 haben nur noch der russische Nato-Botschafter Alexander Gruschko, sein Fahrer, ein Assistent sowie ein Stellvertreter uneingeschränkten Zugang zum Nato-Hauptquartier. Alle anderen Mitarbeiter dürfen nur noch in Begleitung auf das Gelände und in ihre Büros. In Bündniskreisen heißt es, die Hälfte der russischen Diplomaten sei ohnehin für Geheimdienste tätig. Eine Nato-Sprecherin betonte, Russland könne frei entscheiden, welche Diplomaten akkreditiert bleiben sollten. Die Bestimmung trete erst in neun Monaten in Kraft.

Nach Auffassung der Nato verstößt Russland gegen das Waffenstillstandsabkommen für die Ostukraine. "Wir sehen weiterhin russische Unterstützung für die Separatisten - durch Ausrüstung, Truppen und Training. Russland bewegt Truppen und Ausrüstung immer noch hin und her über die offene Grenze zur Ukraine", berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf die Nato. Zur Ausrüstung gehörten auch Kampfpanzer und Artillerie.
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