Netzagentur hält an Gleichstromtrasse fest

Die Bundesnetzagentur will nicht an ihren Plänen für Stromtrassen rütteln lassen. Wo die Leitungen aber schließlich verlaufen, entscheidet die Politik.

Die Bundesnetzagentur hält an der Gleichstromtrasse Süd-Ost (Korridor D) von Wolmirstedt durch Ostbayern nach Gundremmingen fest. Das ist das Ergebnis der Überprüfung des Netzentwicklungsplans, die am Freitag veröffentlicht wurde. "Wir haben nur Maßnahmen bestätigt, die nach unseren Berechnungen in den kommenden Jahren zwingend erforderlich sind", wird Präsident Jochen Homann zitiert. Einbezogen worden sei auch das Ergebnis des Koalitionsgesprächs vom 1. Juli. Laut Homann sei eine Führung der Trasse nach Landshut möglich, wenn die Querverbindung Richtung Gundremmingen ertüchtigt wird. Welche Route wie gebaut wird, sei aber Sache des Gesetzgebers.

Die Trasse selbst ist jedoch "zwingend erforderlich", so die Bundesnetzagentur. Nach der Abschaltung der Atomkraftwerke in Bayern entstehe trotz des prognostizierten Ausbaus der Erneuerbaren Energien ein Energiedefizit von 30 Terawattstunden. In Norddeutschland gebe es jedoch einen Jahresüberschuss von 62 Terawattstunden. Eine dezentrale Versorgung, wie sie von Kritikern gefordert wird, könne nicht den Bedarf in verbrauchsstarken Regionen decken - "auch nicht in Verbindung mit Speichern oder anderen Flexibilitätsoptionen". Eine Absage erteilte die Behörde einer Beschränkung auf die Thüringer Strombrücke. Der Korridor D beseitige nicht nur einen Engpass zwischen Thüringen und Bayern, sondern stütze auch das Netz.

Auch Braunkohlestrom

Die Bundesnetzagentur unterstreicht, dass der Bedarf von mehreren unabhängigen Gutachtern festgestellt wurde. Dass über die geplanten Leitungen auch Braunkohle- und Importstrom fließt, ergibt sich aus dem "marktbedingten Energiemix". Eine Erdverkabelung sei grundsätzlich vorgesehen, aber Teil späterer Planungsstufen, hieß es.

Für den Weidener CSU-Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht stellt sich vor allem die Frage des Verlaufs. Da der Endpunkt Landshut keine Vorteile habe, sei er für eine Führung nach Gundremmingen. Für seinen SPD-Kollegen Uli Grötsch ist das Ergebnis wenig überraschend. Er zählt nun auf das Versprechen von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, die komplette Trasse unter der Erde zu verlegen.
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