Netzbetreiber sucht Draht zu Oberpfälzern

Mitarbeiter des Netzbetreibers "TenneT" aus Bayreuth halten ein Leitungssystem, mit dem die neuen Masten der zwei Mal 380-kV-Leitung bestückt werden. Bild: Götz

Amprion hat sich bei der Planung der Gleichstrompassage Südost den Zorn der Oberpfälzer zugezogen. Es geht auch anders: Der Netzbetreiber "TenneT" will es bei der Verstärkung des Ostbayernrings besser machen.

(ms/eld/al) Der Ostbayernring, die zentrale Stromleitung für Nord- und Ostbayern, soll bis 2020 für rund 280 Millionen Euro aufgerüstet werden. Auf zwei Informationsveranstaltungen am Montagabend in Windischeschenbach und am Dienstag in Schwandorf erklärte der Netzbetreiber "TenneT" aus Bayreuth, wie er die Bürger mit ins Boot holen will.

Der Ostbayernring hat nichts mit der von Amprion geplanten Gleichstrompassage Südost zu tun. Dieser führt schon jetzt vom Umspannwerk Redwitz in Oberfranken über Arzberg, Mitterteich, Windischeschenbach zum Umspannwerk Etzenricht und weiter über Wernberg-Köblitz und Schwarzenfeld nach Schwandorf. "TenneT" will die 185 Kilometer lange Stromleitung aufrüsten, weil der Ostbayernring an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Dazu soll das 220-kV-System durch ein 380-kV-System ersetzt werden, das zweieinhalb mal soviel Strom transportieren kann wie bisher. Die Strommasten werden bis zu 70 Meter hoch und damit etwa zehn Meter höher als die bisherigen.

Die neue Stromleitung verläuft weitgehend auf der alten Trasse. Im Norden von Windischeschenbach und in Ettmannsdorf bei Schwandorf allerdings müssen Alternativen her, weil die Wohnbebauung zu nah an die Stromtrasse herangerückt ist. Geduldig und freundlich beantworteten die Experten von "TenneT" bei den Informationsveranstaltungen die Fragen der Bürger. In Schwandorf versprach "TenneT", sich mit Bürgern und einem Trassenuntersuchungsteam auf die Suche nach Alternativen machen. Auch in Windischeschenbach wollen die "TenneT"-Mitarbeiter mit einer ausgeprägten Bürgerbeteiligung Neuland betreten. Die Leute sollten mithelfen, eine Trasse zu finden, die den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht und gleichzeitig die rechtlichen Anforderungen erfüllt.

Erdkabel kein Königsweg

Unterdessen dämpft der Netzbetreiber Amprion, der die Gleichstrompassage Südost von Sachsen-Anhalt nach Augsburg plant, die Hoffnungen, dass unterirdische Erdkabel die ungeliebten Großmasten ersetzen könnten. Amprion beruft sich auf Erfahrungen bei der ersten Höchstspannungs-Erdkabel-Baustelle des Unternehmens in Raesfeld am Niederrhein. "Für lokale Planungskonflikte ist das Kabel eine Antwort, aber gewiss nicht der Königsweg für den Netzausbau", so der Leiter für Bau und Betrieb, Ludger Meier. Amprion rechnet damit, dass sich nur rund ein Zehntel der geplanten neuen Stromleitungen in Deutschland für Erdkabel eignen. (Seite 8)
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